Jeden Tag Physik

14. Dezember 2005, 13:49
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12. Dezember: Es funkt

Vor genau 104 Jahren, am 12. Dezember 1901, war die bahnbrechende Geburtsstunde der transatlantischen Funkübertragung. An der Südspitze Englands in Cornwall errichtete Guglielmo Marconi, Sohn eines italienischen Vaters und einer irischen Mutter, eine Großsendestation mit der für die damalige Zeit sehr beträchtlichen Leistung von 35 Kilowatt, und in Neufundland, Kanada, wurde die Gegenstation auf dem Signall Hill bei Saint John aufgebaut. Um die Antenne auf möglichst große Höhe zu bringen, ließ Marconi sie - was aus heutiger Sicht fast lachhaft erscheint - an einen Papierdrachen binden und in die Luft steigen.

An diesem Tag, dem 12. Dezember, war es nun endlich so weit: Schwach, aber deutlich hörte Marconi die Morsezeichen des Buchstaben "S" aus 2500 Kilometer Entfernung - es funktionierte. Sein System wurde bald von der britischen und italienischen Kriegsmarine übernommen, und 1907 war es so ausgereift, dass die transatlantische Funkübertragung für den öffentlichen Gebrauch zugelassen wurde. Marconi hegte ein ebenso großes Interesse für Mikrowellenstrahlung, was dazu führte, dass 1932 die erste Mikrowellen-Telefonverbindung zwischen dem Vatikanstaat und der Sommerresidenz des Papstes in Castel Gondolfo errichtet wurde.

Für seine Leistung erhielt Marconi zusammen mit Karl Ferdinand Braun 1909 dann den Nobelpreis für Physik. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11. 12. 2005)

Für das laufende Weltjahr der Physik erarbeiteten heimische Schulen mit der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft einen Physik-Kalender: Dort findet sich zu jedem Tag im Jahr ein für die Physik bedeutendes Ereignis. Das ALBUM öffnet für jede Woche ein ausgewähltes Kalenderfenster.

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World Year of Physics
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