Jesuskind mit Füßen getreten

13. Dezember 2005, 09:03
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Überlebensgroße Krippe in Linz provoziert Passanten

Linz – Nächste Woche soll das Jesuskind wieder zurück zu Maria und Josef. Es wurde mit Füßen getreten – ein Vandalenakt informiert eine Hinweistafel vor der überlebensgroßen Krippe in der Linzer Innenstadt. "Der Stern von Betlehem", wie der Künstler sein Werk nannte, ist das "Highlight" der diesjährigen und laut Magistrat zugleich "größten Krippenausstellung" Österreichs. Das Abbild der Heiligen Familie sorgt vor allem für Ärger.

Gesichtslos

Die Stadt Linz hat bei dem Bildhauer Konrad Feichtinger die Krippe in Auftrag gegeben. Dessen Interpretation stößt bei vielen Passanten auf Ablehnung. Auch wenn der 50- jährige Künstler mit Weihnachtskrippen eine "lange und interessante Tradition" verbindet, wählte er für sein Werk aus Kunststoff nicht die traditionelle Darstellungsform. Der Stall ist zwar der Form des Sterns von Bethlehems nachempfunden, Maria, Josef und das Christkind besitzen aber weder Gesicht noch einen Heiligenschein, die Figuren sind durchlöchert und durchbrochen.

Das scheint des Modernen zu viel. Die Krippe provoziert, seit sie am 26. November in der Linzer Betlehemstraße aufgestellt wurde. Wohl nicht zuletzt auch wegen der übergroßen Figuren wird sie mehr als jede andere in Schaufenstern oder auf öffentlichen Plätzen ausgestellte Krippe wahrgenommen.

Ein Figur wurde bereits gestohlen und vor einem Krankenhaus wieder abgesetzt, jetzt wurde das Jesuskind samt Krippe nächtens demoliert. Mehr als zwei Dutzend beschädigte Stellen zählte der Krippenbauer. Die Reparatur werde mehrere Tage dauern.

Die Täter konnten, darauf verweist die Hinweistafel auch, dank Videoüberwachung von der Polizei gestellt werden. (ker, DER STANDARD Printausgabe, 10./11.12.2005)

  • Der Kunststoff des Anstoßes: Maria und Josef mit Löchern, derzeit ohne Jesus
    foto: standard/rohrhofer

    Der Kunststoff des Anstoßes: Maria und Josef mit Löchern, derzeit ohne Jesus

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