ORF nimmt Film "Artikel 7 - Unser Recht" aus dem Programm

29. Dezember 2005, 16:23
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Streifen über Minderheitenrechte widerspricht laut ORF-Begründung Grundsatz der Objektivität - IG Kultur kritisiert Programm-Ausschluss

Wien - Der vom ORF koprodizierte Film "Artikel 7 - Unser Recht" von Thomas Korschil und Eva Simmler wird nicht im ORF gezeigt. Der Streifen über die im Staatsvertrag festgelegten Minderheitenrechte und den Kärntner Ortstafelsturm widerspreche in einigen Aspekten deutlich dem Rundfunkgesetz, das den ORF zur Objektivität verpflichte, heißt es in einer Begründung des ORF. Kritik daran übt die IG Kultur.

Der Film hätte am 4. Dezember ausgestrahlt werden sollen, sei nach der Begutachtung durch die ORF-Rechtsabteilung aber vom geplanten Sendeplatz genommen worden, präzisierte Franz Grabner, Leiter der ORF- Kultur Dokumentarfilmredaktion, auf Anfrage der APA. Der ORF zeige nicht zwingend alle Filme, die im Rahmen des Film Fernseh-Abkommens produziert wurden. Man habe die Produzenten und Autoren von "Artikel 7 - Unser Recht" nun zu einem Gespräch geladen.

Die IG Kultur findet die "Kritik" des ORF "sehr erstaunlich, gerade weil eine der Hauptquellen des Dokumentarfilmes öffentlich-rechtliches Fernsehen ist (Archivmaterial des ORF und von RTV Slovenija)". Man fordere eine ausführliche Sachverhaltsdarstellung, aufgrund derer festgestellt wird, dass der Film den Objektivitätskriterien des ORF nicht entspricht, heißt es in einer Aussendung. Den ORF ruft die IG Kultur auf, "die eigenen Programmrichtlinien zu befolgen und Sendungen nicht von der Ausstrahlung auszuschließen, die sich kritisch mit der Geschichte und der Gegenwart der 2. Republik auseinandersetzen". (APA)

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