Deutscher bei Protesten gegen israelische Sperranlage verletzt

12. Dezember 2005, 14:42
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Armee setzte im Westjordanland Gummigeschosse gegen Steine werfende Demonstranten ein

Bilin - Bei Protesten gegen die israelische Sperranlage im Westjordanland sind am Freitag ein Deutscher und zwei Palästinenser verletzt worden. Die drei wurden von israelischen Soldaten mit Gummi-ummantelter Munition beschossen, als sich Armee und Demonstranten Zusammenstöße im Dorf Bilin bei Ramallah lieferten, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Die Soldaten hinderten die Demonstranten daran, Olivenbäume nahe der Sperranlage zu pflanzen. An den Protesten beteiligten sich rund 200 Palästinenser und Friedensaktivisten aus Israel und dem Ausland. Dabei wurden Soldaten mit Steinen beworfen. Ein israelischer Demonstrant wurde festgenommen.

Jeden Freitag demonstrieren hunderte Palästinenser und Aktivisten entlang des Sperrwalls, die Israel durch das Westjordanland baut. Bilin wurde inzwischen zum Symbol des Widerstands gegen die israelische "Mauer". Israel sieht die Sperranlage als Schutz gegen palästinensische "Terroristen", die Palästinenser empfinden sie als "Mauer der Apartheid". Das auf eine Länge von 650 Kilometern geplante Bauwerk durchschneidet teilweise palästinensisches Gebiet und könnte die spätere Gründung eines lebensfähigen palästinensischen Staates erschweren.

Der Internationale Gerichtshof hatte die Anlage im vergangenen Jahr für illegal erklärt und ihren Abriss gefordert. Die UNO-Generalversammlung schloss sich dieser Forderung an. Israel erklärte sich unbeeindruckt von diesen nicht bindenden Beschlüssen und setzte den Bau fort. Bisher sind bereits rund 500 Kilometer der Sperranlage fertig gestellt oder in Bau. (APA)

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