Blair und Schröder sagen nicht im Milosevic-Prozess aus

13. Dezember 2005, 12:45
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Tribunal lehnt Antrag der Verteidigung ab

Belgrad/Den Haag - Der britische Regierungschef Tony Blair und der frühere deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder werden vom UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien nicht verpflichtet werden, im Prozess gegen den einstigen jugoslawischen Staatschef Slobodan Milosevic im Zeugenstand auszusagen.

Der diesbezügliche Antrag der Pflichtverteidiger des Angeklagten, Steven Kay und Gillian Higgins, habe nach Meinung des Tribunalssenats nicht die strengen Tribunalskriterien erfüllt, meldeten Belgrader Medien.

Entsprechend den Tribunalsregeln kann eine verpflichtende Einladung an einen potentiellen Zeugen nur dann ausgestellt werden, wenn die Richter überzeugt sind, dass sie für die Vorbereitung des Prozesses und das Verfahren unerlässlich ist.

Milosevic hatte wiederholt die Absicht angekündigt, auch den früheren US-Präsidenten Bill Clinton vorzuladen. Seine Pflichtanwälte haben diesbezüglich Kontakt mit der US-Botschaft in Den Haag aufgenommen.

Der frühere jugoslawische Staatschef möchte gerne auch den einstigen NATO-Oberkommandierenden, den US-General Wesley Clark, erneut befragen, der vor zwei Jahren hinter verschlossener Tür als Zeuge der Anklage ausgesagt hatte. (APA)

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