USA: Schwache Tendenz

16. Dezember 2005, 21:26
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Ein Kommentar von Alexander Sikora-Sickl aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die US-Aktienmärkte tendierten in der abgelaufenen Handelswoche schwächer. Hauptgrund hierfür waren in erster Linie die anziehenden Energiepreise. Der Anstieg des Rohölfutures auf über 61 USD ließ neuerlich Inflationsängste und Sorgen über den privaten Konsum während der Adventzeit aufkeimen.

Die gemeldeten volkswirtschaftlichen Daten weisen weiterhin auf einen stabilen Konjunkturverlauf hin. Der ISM Index für den Dienstleistungssektor wurde ebenso positiv gemeldet wie die Auftragseingänge in der Industrie. Besonders positiv ist die Entwicklung der Arbeitsproduktivität zu werten. Im Vergleich zum 1. Halbjahr wurde im 3. Quartal bei etwas geringeren Löhnen mehr produziert.

Auf Unternehmensseite wies die Medizintechnikbranche relative Stärke auf, nachdem zwischen Johnson&Johnson und Boston Scientific ein Übernahmepoker um den Herzschrittmacherproduzenten Guidant entbrannt ist.

Von Übernahmespekulationen profitierte auch der Stahlsektor. Renomierte Wirtschaftszeitungen hatten berichtet, dass US Steel aufgekauft werden könnte.

Der Technologiesektor erhielt kurzzeitig Auftrieb, nachdem die Halbleiterproduzenten Altera und Maxim Integrated ihre Umsatzprognosen für 2006 angehoben hatten. Ebenso erhöhte Texas Instruments seinen Gewinnausblick für das laufende Quartal. Getrübt wurde die Stimmung gegen Wochenschluss jedoch von Intel. Das Unternehmen enttäuschte mit seinem Umsatzausblick, Investoren befürchten nun Marktanteilsverluste an den Konkurrenten AMD.

Für Enttäuschung sorgte diese Woche auch McDonalds. Die Fastfood-Kette meldete für den Zeitraum Jänner bis November einen Umsatzzuwachs in seinen Filialen von lediglich 3,8%. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte dieser Wert noch bei 7,1% gelegen.

Der Gewinnausblick stellt sich auch für das vierte Quartal freundlich dar. Für die letzten drei Monate des laufenden Geschäftsjahres wird ein Ertragszuwachs von durchschnittlich 12 Prozent erwartet. Dies würde das zehnte Quartal in Folge zweistellige Gewinnzuwachsraten bedeuten. Erst zwei Mal in der Geschichte war eine längere Phase mit derart starkem Wachstum zu beobachten gewesen, nämlich in den 50er und frühen 90er Jahren.

Der fundamentale Ausblick für US-Aktien ist somit grundsätzlich positiv zu interpretieren. Die jüngsten gemischten Meldungen betreffend des unmittelbaren Geschäftsverlaufes sowie Inflationsängste haben zuletzt vermehrt zu Verunsicherung geführt. Wir gehen davon aus, dass diese Unsicherheit auch in die kommende Woche hineinreichen sollte und gehen daher auf Wochensicht von einem verhaltenen Kursverlauf aus.

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