Europa: Börsen wegen hohem Ölpreis auf Niveau der Vorwoche

16. Dezember 2005, 21:26
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Ein Kommentar von Jürgen Ulamec aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Diese Handelswoche zeichnet sich durch einen verhaltenen Markt aus. Dafür verantwortlich waren zum einen die geringeren Umsätze aufgrund des Donnerstag- Feiertages und zum anderen ein wieder höherer Ölpreis. Die europäischen Börsen hielten sich somit auf dem vorwöchentlichen Niveau.

Im Stoxx-Branchenvergleich konnten trotzdem wieder der Großteil der Branchen zulegen. Im Schnitt am besten liefen die Werte aus den Bereichen Basic Resources und Healthcare. Schwach liefen hingegen diesmal die Werte der Telekombranche und die der Autozulieferindustrie. Topoutperformer in dieser Woche war das irische Biotechunternehmen Elan. Vage Spekulationen über eine mögliche Zulassung des Medikament Tysabri durch eine neue Prüfung der FDA ließen die Aktie über 23% steigen.

Des Weiteren gab es einige Übernahmegerüchte im Markt. So will sich der britische Internet- und Kabelbetreiber NTL mit Virgin Mobile zusammenschließen, um in Zukunft mit einem Angebot von mobilem TV-Service weiter konkurrenzfähig zu bleiben. Eine Neuausrichtung der ganzen Branche dürfte durch die von BSkyB begonnene Übernahme des Internetanbieters Easynet notwendig werden.

Auch die Deutsche Telekom und France Telecom suchen verstärkt Möglichkeiten, den Bereich IP-TV zu realisieren. In der Pharmabranche gibt es weitere Spekulationen über eine mögliche Übernahme des schweizerischen Konzerns Serono. Mit Novartis, GlaxoSmithKline, Sanofi-Aventis und Pfizer dürfte es gleich mehrere Interessenten geben.

Der niederländische Postkonzern kündigte an, die Logistiksparte zu verkaufen. Der Markt sieht es positiv. Die Aktie stieg um acht Prozent. Bayer muss aufgrund eines eingeleiteten Kartellverfahrens, wegen Absprachen im Polymer-Bereich in den USA, Rückstellungen bilden. Die Bayer-Aktien mussten leicht abgeben.

Schlechte Nachrichten gab es bei Alitalia. Trotz der finanziellen Notsituation der Airline mussten Gespräche mit den Gewerkschaften abgebrochen werden. Neue Streiks könnten drohen.

Nächste Woche kann man auf einige Sentimentkennzahlen gespannt sein. Die aktuellen Werte der ZEW- und IFO-Geschäftsklimaindizes werden erwartet. Da es auch beim Ölpreis weiter aufwärts gehen könnte, erwarten wir verhaltenes Kurspotential.

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