Alles in allem eher gut

16. Dezember 2005, 10:00
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Politbarometer: Stimmungsaufschwung für Union - Zustimmung zu Amtsführung Merkels - Stoiber in der Krise

Berlin - Knapp drei Wochen nach der Wahl von CDU-Chefin Angela Merkel zur deutschen Bundeskanzlerin hat sich die politische Stimmung dem ZDF-Politbarometer zufolge erneut zu Gunsten der Union verlagert: Die CDU/CSU verbessert sich in der am Freitag veröffentlichten Umfrage um drei Punkte auf 43 Prozent, die SPD erreicht nur noch 33 Prozent, was einem Minus von zwei Punkten entspricht. Die FDP kommt unverändert auf acht Prozent, die Linkspartei verschlechtert sich um einen Punkt auf sechs Prozent. Die Grünen verlieren ebenfalls einen Punkt und landen bei acht Prozent.

Wenn schon am nächsten Sonntag wieder Bundestagswahl wäre, würden längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien eine größere Rolle spielen. Dies berücksichtigt die Projektion: Die CDU/CSU käme danach auf 38 Prozent (plus eins), die SPD auf 34 Prozent, die FDP auf neun Prozent, die Linkspartei auf acht Prozent (alle unverändert). Die Grünen kämen jetzt nur noch noch auf Prozent (minus eins).

Alles in allem eher gut

72 Prozent der Befragten geben an, Merkel mache ihre Arbeit als Bundeskanzlerin alles in allem eher gut. 87 Prozent der CDU/CSU-Anhänger vertreten diese Auffassung sowie 78 Prozent der FDP-Anhänger. Unter den SPD-Anhängern sind es 71 Prozent der Anhänger, bei den Grünen sind es 68 Prozent. Dass Merkel ihr Amt eher schlecht mache, sagen zehn Prozent der Befragten, 18 Prozent können diese Frage nicht beantworten. Auch die Bundesregierung erhält eine positive Bewertung: Dass sie ihre Arbeit eher gut mache, sagen 66 Prozent, schlechte Arbeit stellen 17 Prozent fest. Ebenfalls 17 Prozent trauen sich dabei kein Urteil zu.

Mögliche Alternativen zur großen Koalition werden kritisch beurteilt: Dass es eine Koalition aus CDU/CSU und FDP besser machen würde, sagen 25 Prozent, schlechter 31 Prozent. 38 Prozent vertreten die Auffassung, dass da kein Unterschied wäre. Noch negativer wird eine rot-grüne Koalition bewertet: Hier meinen nur zwölf Prozent, dass diese es besser machen würde als die Große Koalition, 46 Prozent sagen "schlechter". Für 38 Prozent wäre das kein großer Unterschied.

Abwärts

Bei den Bewertungen auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker ist generell eine leichte Abwärtstendenz festzustellen: Auch diesmal nimmt SPD-Chef Matthias Platzeck den ersten Platz ein, wenn es um die Bewertung nach Sympathie und Leistung geht: Er erreicht einen Durchschnittswert von 2,2 (Nov. II: 2,4) auf der Skala von minus fünf bis plus fünf. Danach folgt auf Platz zwei der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) mit 1,8 (Nov. II: 2,0). Allerdings sehen sich weiterhin rund ein Drittel der Befragten nicht in der Lage, Platzeck oder Wulff zu beurteilen, weil sie diese nicht gut genug kennen. Als Einzige erhält Merkel einen etwas verbesserten Wert. Sie liegt mit 1,7 (Nov. II: 1,6) auf Platz drei.

Es folgt Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit 1,5 (Nov. II: 1,6) unmittelbar vor dem CDU-Politiker Friedrich Merz mit 1,4 (Nov. II: 1,5) und Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) mit 1,3 (Nov. II: 1,4). Danach kommen Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne) mit 1,0 (Nov. II: 1,2) vor Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) mit jetzt deutlich schlechteren 0,9 (Nov. II: 1,3). Weiterhin mit deutlichem Abstand und unveränderten 0,1 folgt FDP-Chef Guido Westerwelle. Schlusslicht und unverändert weit im Negativbereich bleibt CSU-Chef Edmund Stoiber mit minus 1,3. (APA/AFP/dpa)

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    Kanzlerin Merkel macht ihre Sache alles in allem eher gut, meinen über 70 Prozent in Deutschland.

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