Heute: Walchhofer in Val d'Isere Favorit

10. Dezember 2005, 11:52
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Nach Trainingsbestzeit: "Kann auf jeden Fall um Sieg mitfahren" - Auch Maier vorne dabei - Raich klarer Favorit für Super-Kombi

Val d'Isere - Österreichs Ski-Herren haben am Freitag das einzige Training für die Weltcup-Abfahrt in Val d'Isere dominiert und gehen als Favoriten in das Rennen am Samstag (10:30 Uhr/live ORF1). Der Trainingsschnellste Michael Walchhofer spielte die Favoritenrolle mit einem Augenzwinkern aber seinem Landsmann Hermann Maier zu, der als Zweiter bei sehr guten äußeren Bedingungen lediglich 0,25 Sekunden auf Walchhofer verlor.

Piste in gutem Zustand

Hatte das erste geplante Abfahrtstraining am Vortag wegen starken Schneefalls noch abgesagt werden müssen, präsentierte sich die "Piste Oreiller Killy" am Samstag bei Sonnenschein bereits in gutem Zustand. "Die Startnummer wird morgen keine allzu große Rolle spielen, denn auch im Training ist es hinten hinaus ein wenig schneller geworden", prophezeite Mitfavorit Maier, der sich erst nach dem Rennen entscheiden will, ob er am Sonntag auch die Super-Kombination bestreitet.

Für die dritte Abfahrt des Olympia-Winters nach jenen in Übersee hofft Maier, dass "endlich einmal ein reguläres Rennen stattfindet". Auf seiner Lieblingspiste in Beaver Creek war der Salzburger - in Lake Louise noch Vierter - einer Windlotterie zum Opfer gefallen und hatte sich lediglich auf Rang 19 klassiert.

Bestätigung für Walchhofer

Sichtlich gut tat die Trainings-Bestzeit nach den weniger überragenden Plätzen sieben und zehn in Amerika Abfahrts-Weltcupsieger Walchhofer. "Eine Bestzeit ist immer gut und gibt Selbstvertrauen - vor allem nach dem bisherigen Saisonverlauf. Dass die Zeitrückstände für diese Strecke relativ groß sind, gibt mir Hoffnung. Ich werde auf alle Fälle um den Sieg mitfahren", versprach der Salzburger, der laut eigenen Angaben in Übersee nicht ganz ans Limit gegangen ist. "Ich habe mich davon aber nicht aus der Ruhe bringen lassen, die Form passt."

Die Form hatte in der laufenden Saison bis dato auch bei Lake-Louise-Sieger Fritz Strobl gepasst. Der Olympiasieger ließ sich von seinem Trainingsplatz jenseits der Top 40 daher ebenso wenig beunruhigen. Seine "Einser-Latte" will der Kärntner, der in Val d'Isere schon 1996 mit der hohen Startnummer 43 seinen ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, ohnehin erst im Rennen auspacken. "Das Training ist für mich nicht so wichtig, ich kenne die Strecke."

Raich als Super-Kombi-Favorit

Im Gegensatz zu Johann Grugger, der die Ehre der ÖSV-Abfahrer in Beaver Creek mit Platz drei hinter den US-Amerikanern Daron Rahlves und Bode Miller gerettet hat: Der Salzburger ist erst das zweite Mal im Weltcup in der französischen Skistation, sieht es naturgemäß als Nachteil, dass ein Training auf der OK-Piste dem Wetter zum Opfer gefallen ist. "Wenn der Wetterbericht stimmt, dann wird es zumindest ein herrliches Rennen", tröstete sich der 23-Jährige. Noch vor Grugger (7.) zeigte im Training Klaus Kröll als Vierter (+ 0,59) auf.

In die Super-Kombination (Abfahrt und ein Slalom-Durchgang) am Sonntag geht Doppel-Weltmeister Benjamin Raich als der große Favorit. Ausgerechnet der ehemalige Technik-Spezialist, der zum absoluten Allrounder gereift ist, beklagte sich ein wenig über den Neuschnee: "Mir ist es hier noch ein wenig zu langsam. Ich habe lieber schnellere, anspruchsvolle Abfahrten als jene, auf denen man nur gleiten muss", erklärte der Tiroler, der in der Abfahrt bis dato einen 19. Platz aus Beaver Creek zu Buche stehen hat.

Die Kombi-Hauptkonkurrenten kommen aus den USA und Norwegen, heißen Bode Miller, Kjetil Andre-Aamodt und Aksel-Lund Svindal. Miller bluffte im Abfahrts-Training wieder einmal, fuhr als Neunter mit 1,01 Sekunden Rückstand über die Ziellinie. Aamodt hatte sich in Lake Louise Fritz Strobl lediglich um 0,09 Sekunden geschlagen geben müssen und Svindal kam als Spitzenreiter im Gesamt-Weltcup in die französischen Alpen an.(APA)

Ergebnisse vom Abschluss-Training für die Herren-Weltcup-Abfahrt in Val d'Isere vom Freitag:

1. Michael Walchhofer (AUT) 2:03,47 Minuten - 2. Hermann Maier (AUT) 0,25 Sek. zurück - 3. Kristian Ghedina (ITA) 0,33 - 4. Klaus Kröll (AUT) 0,59 - 5. Justin Johnson (USA) 0,79 - 6. Walter Girardi (ITA) 0,82 - 7. Hans Grugger (AUT) 0,88 - 8. Kjetil-Andre Aamodt (NOR) 0,90 - 9. Bode Miller (USA) 1,01 - 10. Matthias Lanzinger (AUT) 1,11 - weiter: 15. Norbert Holzknecht (AUT) 1,37 - 16. Andreas Buder (AUT) 1,38 - 37. Christoph Gruber (AUT) 2,34 - 41. Benjamin Raich (AUT) 2,41 - 48. Thomas Graggaber (AUT) 2,56 - 50. Rainer Schönfelder (AUT) 2,58 - 53. Andreas Schifferer (AUT) 2,65 - 56. Fritz Strobl (AUT) 2,72 - 72. Mario Matt (AUT) 3,51 - 73. Kurt Engl (AUT) 3,62 - 81. Christoph Alster (AUT) 4,48

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