"Ich werde mir aber auch abweichende Standpunkte anhören"

9. Dezember 2005, 19:32
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Neue US-Botschafterin McCaw in Österreich eingetroffen - Starke Zusammenarbeit zwischen Europa und USA angestrebt

Wien - Die neue US-Botschafterin in Österreich, Susan Rasinski McCaw, ist am Freitag in Wien eingetroffen. Sie folgt dem früheren Botschafter William Lee Lyons Brown jr. nach. Ihr Beglaubigungsschreiben wird die 43-Jährige Bundespräsident Heinz Fischer voraussichtlich im Jänner überreichen.

Als Botschafterin werde sie amerikanische Interessen vertreten und sich sehr dafür einsetzen, den Wohlstand beider Länder zu fördern, sagte McCaw nach ihrer Ankunft in einem kurzen Begrüßungsstatement am Flughafen. "Ich werde mir aber auch abweichende Standpunkte anhören."

Den USA sei die Partnerschaft mit Österreich wichtig, was sie auch den Österreichern vermitteln wolle, betonte die Botschafterin. "Und wir wissen auch, dass wir eine starke Zusammenarbeit brauchen - nicht nur mit den Österreichern, sondern mit den Europäern insgesamt, um an Fragen zu arbeiten, die grundlegend für unsere gemeinsame Zukunft sind, einschließlich der Förderung von Freiheit und Demokratie."

"Ein Traum"

Zum ersten Mal sei sie vor 25 Jahren in Österreich gewesen. Sie sei fasziniert gewesen von der Schönheit der Natur und dem kulturellen Reichtum dieses Landes. In Wien zu sein, sei "ein Traum". "Es ist eine der schönsten Städte der Welt."

Die ersten Sätze ihres Begrüßungsstatements sagte McCaw auf Deutsch. "Zur Zeit lerne ich Deutsch, und ich hoffe, dass ich bald besser Deutsch spreche", sagte sie unter anderem. Zusammen mit ihr trafen ihr Mann Craig McCaw (55) - ein milliardenschwerer US-Mobiltelefonpionier - und ihre drei-, fünf- und siebenjährigen Kinder Chase, Julia und Reid ein.

Vor ihrer Ernennung als Botschafterin arbeitete McCaw lange Jahre als Managerin und leitete unter anderem die Firma COM Investments. Sie hat an den Universitäten von Stanford und Harvard studiert. Die Familie hat gute Beziehungen zu Präsident George W. Bush und unterstützte ihn aktiv im Wahlkampf. Voriges Jahr gaben die McCaws bei einem Eintrittspreis von 2.000 Dollar (1.674 Euro) pro Gast in ihrer Villa in Seattle ein Dinner für den Präsidenten, bei dem eine Million Dollar für den Wiederwahlkampf von Bush gespendet wurde.

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel war mit McCaw bereits am Mittwochabend im Rahmen eines Essens in Washington zusammengetroffen. Der vorherige US-Botschafter in Wien, Lyons Brown jr., hatte Österreich am 5. Oktober verlassen. (APA)

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    Die neue US-Botschafterin mit Familie

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