Helmut Sakowski 81-jährig gestorben

15. Dezember 2005, 15:32
posten

Schriftsteller unter anderem für sein Werk "Daniel Druskat" bekannt

Neubrandenburg - Der Schriftsteller Helmut Sakowski ist am Freitag im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Autor, bekannt unter anderem für sein Werk "Daniel Druskat", sei in seinem Haus in Wesenberg einem längeren Herzleiden erlegen, teilte das Literaturzentrum Neubrandenburg mit und bestätigte damit eine Information des "Neuen Deutschlands".

Erst in diesem Jahr ist im Aufbau Verlag Berlin die Romanfassung des Drehbuchs zu "Wege übers Land" erschienen. Der Fernseh-Mehrteiler mit hochkarätiger Besetzung hatte in der DDR ein Millionenpublikum.

Werdegang

Der am 1. Juni 1924 geborene Sakowski hatte als in der DDR bekannt gewordener Autor auch im vereinigten Deutschland seinen festen Platz in der Literatur gefunden. Bis 1976, bis zu dem Roman "Daniel Druskat", der 14 Auflagen mit mehr als einer Viertelmillion Exemplaren erreichte und verfilmt wurde, beruhte Sakowskis Bekanntheit ausschließlich auf seinen Fernseherfolgen. Den Durchbruch für ihn hatte 1968 der Fernsehroman "Wege übers Land" gebracht. Mit der Ausbürgerung Wolf Biermanns erfolgte ein Absturz. Die wichtigsten Schauspieler seiner Filme gingen in den Westen: Manfred Krug, Armin Müller-Stahl, Angelika Domröse und Hilmar Thate.

Sakowski orientierte sich um und schrieb ausschließlich Prosa. Sein Buch "Wie ein Vogel im Schwarm" (1983) geriet dem damaligen Mitglied des SED-Zentralkomitees jedoch zum Skandal. Er füllt, wie Sakowski berichtete, 200 Seiten seiner Stasi-Akte. Es ging um den Streit in der damaligen Bezirksstadt Neubrandenburg, ob ein Kirchturm höher sein dürfe als ein sozialistischer Neubau, und es ging um eine Putzfrau, die überfallen wurde. Der Vorabdruck in der Zeitschrift "Wochenpost" wurde abgebrochen. "Ich habe mich dann mit einer Zensur einverstanden erklärt, weil ich dachte, die Botschaft käme dennoch rüber", sagte der Autor. Er hätte an die West-Presse gehen können, jedoch: "Damals verbot sich das für mich. Es war für mich etwas, was ich mit meiner Partei ausmachen musste."

Anerkennung für Kinderbuch

In dieser Situation wieder ein Umorientieren: Sakowski schrieb sein erstes Kinderbuch. Er wollte darin "eine böse Story witzig erzählen". Dass der 1987 erschienene Band "Wie brate ich eine Maus" im selben Jahr bei Thienemann erschien und in Österreich für den Staatspreis für Kinderliteratur nominiert war, machte ihn auch später noch froh. "Es war damals üblich", sagte er, "dass erst ein Skandal in der DDR vorausgehen musste, bevor ein Autor im Westen verlegt wurde." Ihm gelang das ohne diese Art von "Werbung".(APA/dpa)

Share if you care.