Tumorwachstum kontrollieren

11. Dezember 2005, 14:00
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Marburger Forscher entdeckten Enzym als Angriffspunkt für Krebsmedikamente

Marburg - Die Auswirkungen des für die Entstehung von Krebs verantwortlichen MYC-Gens kann möglicherweise begrenzt werden. Das Gen ist in vielen Fällen für die unkontrollierte Teilung erkrankter Zellen verantwortlich. Dabei wird aus ihm zunächst ein Protein namens Myc erzeugt. Dieses wiederum sorgt für das verstärkte Zellwachstum.

Tumorwachstum hemmen

Wissenschafter der Marburger Philipps-Universität entdeckten nun, dass das Enzym HectH9 diese Funktion von Myc verstärkt. Da sich Enzyme im Gegensatz zu Proteinen durch Medikamente oft relativ einfach beeinflussen lassen, hoffen sie, über die medikamentöse Blockade von HectH9 auch das Myc-Protein zeitweise auszuschalten, um so das Tumorwachstum zu hemmen.

Derzeit suchen die Forscher nach einer HectH9 hemmenden Substanz. Dass dieser Weg erfolgreich sein könnte, belegen nach Angaben des Molekularbiologen Andreas Hock Studien an genetisch veränderten Mäusen: "Bei ihnen wurde durch gezielte Mutationen das MYC-Gen abgeschaltet. In einigen Fällen wurde dadurch das Tumorwachstum gehemmt, in anderen ging der Tumor sogar vollständig zurück." (APA/AP)

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