"Idomeneo" beschert Scala Einnahmenrekord

9. Dezember 2005, 13:11
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Intendant Lissner dementiert Gerüchte über Wechsel an Pariser Opera Bastille

Mailand/Rom - Der junge Dirigent Daniel Harding hat sich nach der Aufführung der Mozart-Oper "Idomeneo" am Mittwochabend in der Mailänder Scala über seinen Erfolg sehr zufrieden gezeigt. "Ich bin über die Reaktion des Publikums glücklich", kommentierte Harding im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Freitag. Die Scala hat mit ihrer Saisoneröffnungs-Premiere mit 2,1 Mio. Euro einen neuen Einnahmenrekord verzeichnet.

"Am Anfang einer Aufführung, vor allem bei einem außerordentlichen Event wie diesem, weiß das Publikum nicht, wie es reagieren soll, zum Beispiel ob es am Ende der Arien klatschen soll. Ich glaube, dass die Zuschauer am Anfang eher unsicher als kalt waren. Am Schluss sind sie mir begeistert vorgekommen", so der Dirigent.

Lissner "kein Bandit

Scala-Intendant Stephane Lissner hat inzwischen Gerüchte französischer Medien dementiert, nach denen er als Nachfolger von Gerard Mortier an die Spitze der Pariser Opera Bastille wechseln könnte. "Ich bin kein Bandit. Ich habe einen Vertrag mit der Scala unterschrieben und will meine Pflichten erfüllen. Ich bleibe mit großem Enthusiasmus hier in Mailand", so Lissner nach Angaben der Turiner Tageszeitung "La Stampa" am Freitag.

Lissner zeigte sich mit der Premieraufführung zufrieden. "Natürlich ist dies eine andere Weise, Mozart zu interpretieren, als das Scala-Orchester gewohnt war. Ein großes Theater muss aber sein Publikum informieren, dass es verschiedene Arten gibt, Mozart zu interpretieren", so Lissner.

Nach der Premiere wartet viel Arbeit auf den Intendanten. "Unser Ziel ist, die Zahl der Aufführungen auf den Standard der besten europäischen Theater zu erheben", sagte Lissner.(APA)

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