Konferenz-Marathon ohne vollständige Einigung

10. Dezember 2005, 09:38
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USA und Saudiarabien nicht für neuen Klima-Pakt zu gewinnen - Clinton-Auftritt verärgert US-Delegation

Montreal - Eineinhalb Wochen nach Beginn der Verhandlungen blieb bei der Weltklimakonferenz am Freitag nach wie vor alles offen: Trotz einer nächtlichen Verhandlungsrunde unter der kanadischen Vorsitzführung konnte am letzten Tag nach wie vor kein Erfolg vermeldet werden. Zwar haben sich die an der Konferenz teilnehmenden Staaten in einem informellen Papier auf eine weiter Zusammenarbeit verständigt, die USA und auch Saudiarabien waren aber zu keinerlei Bekenntnissen zu bewegen.

An dem Positionspapier, das zum Abschluss der Klimakonferenz unterfertigt werden soll, war schon seit Tagen gefeilt worden. Immer wieder waren vor allem von den Vereinigten Staaten Proteste gegen Formulierungen erhoben worden. Am Freitag wurde weiter mit den beiden Ländern verhandelt.

Clinton-Auftritt vergrätzt US-Delegierte

Politischer Druck kam für die Amerikaner auch aus dem eigenen Land: Kurz vor Abschluss des Klima-Gipfels wollte Ex-US-Präsident Bill Clinton der US-Delegation noch einmal ins Gewissen reden. Er wurde am Freitag überraschend als Redner der UN-Konferenz angekündigt. Seine Regierung stimmte 1997 dem internationalen Kyoto-Protokoll für den Klimaschutz zu, dessen Ratifizierung in Washington jetzt hartnäckig abgelehnt wird.

In der offiziellen Delegation der USA löste die Ankündigung von Clintons Auftritt Verärgerung aus. "Sie haben nicht formell protestiert, sind aber verstimmt", sagte ein kanadischer Konferenzteilnehmer. Clinton wurde von der Stadt Montreal eingeladen, wie UN-Sprecher John Hay mitteilte. Auch wenn er in keiner offiziellen Funktion reden sollte, wurde sein Beitrag von den Delegierten mit Spannung erwartet. Clintons Vizepräsident Al Gore war 1997 entscheidend an den Verhandlungen in Kyoto beteiligt. Damals verpflichteten sich 35 Industriestaaten, bis 2012 rund fünf Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen als 1990. Wie es danach weiter geht, ist noch völlig offen.

Weiterarbeiten nach Kyoto

Unter Wissenschaftern gilt es inzwischen als Konsens, dass die von Autos, Kraftwerken und Industrie verursachte Emission von Kohlendioxid und anderen Gasen entscheidend dazu beigetragen hat, dass die globale Temperatur im vergangenen Jahrhundert um 0,7 Grad gestiegen ist und weiter steigt - mit unabsehbaren Folgen für die Menschen in Küstenregionen oder in der Arktis. Der Anteil der USA am weltweiten Ausstoß der gefährlichen Treibhausgase liegt bei über 25 Prozent.

Die Konferenz von nahezu 10.000 Delegierten war die erste Klimakonferenz der Vereinten Nationen seit dem In-Kraft-Treten des Kyoto-Abkommens im Februar. Bei den Verhandlungen in Montreal zeichnete sich am Donnerstag ab, dass es bis 2008 ein Nachfolgeabkommen für Kyoto geben soll. Die USA haben es jedoch abgelehnt, sich an den Verhandlungen darüber zu beteiligen und wollten in Montreal nur eine allgemein gehaltene Erklärung mittragen.(APA/AP)

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    Umweltminister Josef Pröll bei seiner Rede in Montreal

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