ÖSV-Technikdamen wollen Revanche

10. Dezember 2005, 19:11
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Im Vorjahr in Aspen mit falscher Taktik schwer geschlagen - Hosp feilt an Balance im Schuh und hofft mit neuer Lockerheit auf Aufschwung

Aspen - Mit zwei technischen Bewerben schließen die Alpin-Damen am Wochenende in Aspen ihre Nordamerika-Weltcup-Tournee ab. Sieben Wochen nach Sölden steht am Samstag der zweite Riesentorlauf am Programm, am Sonntag geht der erste Saisonslalom in Szene. Die Technik-Spezialistinnen des ÖSV tun gut daran, ordentlich aufzuwärmen. Im Abschlusstraining in Loveland hatte es 32 Grad minus.

Aspen empfing Marlies Schild, Kathrin Zettel, Michaela Kirchgasser und Co aber mit geradezu "milden" minus 17 Grad, perfekten Pisten und blauem Himmel. Das Wetter wird diesmal also keine Rolle spielen wie im Vorjahr, als speziell die ÖSV-Damen die Orientierung verloren hatten. "Wir sind bei den schlechten Bedingungen viel zu angriffslustig gefahren, das passiert uns sicher nicht mehr," so ÖSV-Technikchef Bernd Brunner. "Um diese Jahreszeit fährt noch niemand auf Teufel komm raus."

Schon der Samstag ist die große Bewährungsprobe für Zettel und Andrea Fischbacher, die in Sölden hinter Tina Maze, Janica Kostelic und Anja Pärson sensationell die Plätze vier und fünf belegt und zusammen mit Elisabeth Görgl (10.) die ÖSV-Kastanien aus dem Feuer geholt hatten. Fischbacher gibt am Sonntag sogar ihr Slalom-Weltcupdebüt, Zettel kennt den Tanz durch die Stangen schon. "Ich kann im Riesentorlauf wieder vorne reinfahren. Ich muss nur das gute Gefühl von den NorAm-Rennen in den Weltcup mitnehmen", sagte die Köchin aus Niederösterreich.

In einem NorAm-Riesentorlauf hatte Zettel hinter Nicole Hosp Platz zwei belegt. Die Tirolerin, nach ihrem kometenhaften Aufstieg speziell vergangene Saison das ganz große ÖSV-Sorgenkind, ist für Aspen zuversichtlich, obwohl sie auch in Sölden als 26. eine der ganz großen Geschlagenen war. Hosp hat an ihren Fischer-Skischuhen intensiv herumgetüftelt und hofft, damit ihre Balance-Probleme behoben zu haben. "Im Riesentorlauf klappt das schon gut", so Brunner.

Hosp sieht es insgesamt aber als bereits großen Schritt. "Was ich letztes Jahr gezeigt habe, war ja wirklich sehr schlecht, die ganze Saison verzwickt. Jetzt aber komme ich meiner Form immer näher", sagte Hosp, die in Aspen von einem 12-köpfigen Fanklub und Papa Hans angefeuert wird. Und nach wie vor über einen der schnellsten Schwünge im Damen-Weltcup verfügt. Die Sölden-Siegerin von 2002 im Schnellrückblick: "Mein Aufstieg war wirklich kometenhaft. Und bis zum Knöchelbruch war auch alles ein Traum. Danach wollte ich, dass alles sofort so weitergeht wie vorher, das ist voll in die Hose gegangen."

Hosp hat daraus gelernt. "Locker bleiben und darauf vertrauen, was ich kann", ist nunmehr ihr Motto. "Krisen", so die 22-Jährige Bichlbacherin, "hat jeder große Sportler durchgemacht. Das gehört dazu, um reifer und besser zu werden. Ob so etwas früher oder später passiert, ist egal, Es kommt so, wie es sein muss."

Brunner ist sich aber nicht sicher, ob Hosp schon in Aspen wieder durchstarten wird. Schild, Zettel, Görgl und Kirchgasser (in Sölden mit Bestzeit out), seien zuletzt am stärksten gefahren. Und die Sölden-Dominatorinnen? "Maze ist sehr gut, Kostelic und Pärson fahren alleine dank ihrer Routine auf dem aggressiven amerikanischen Kunstschnee unter die Top Fünf."(APA)

ÖSV-Teams für RTL und Slalom:

  • Riesentorlauf (10): Michaela Dorfmeister, Andrea Fischbacher, Elisabeth Görgl, Renate Götschl, Nicole Hosp, Michaela Kirchgasser, Alexandra Meissnitzer, Evelyne Rohregger, Marlies Schild, Kathrin Zettel

  • Slalom (7): Fischbacher, Görgl, Hosp, Kirchgasser, Schild, Karin Truppe, Zettel
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