Einfluss von Psyche auf Kinderlosigkeit überbewertet

9. Dezember 2005, 11:22
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Psychologe: "Kein wissenschaftlicher Beleg" - Frauen bekommen den Eindruck, dass sie sich falsch verhalten

Frankfurt/Main - Der Einfluss der Psyche bei Kinderlosigkeit wird meist überbewertet. Für negative Auswirkungen etwa einer übermäßigen Fixierung auf den Kinderwunsch gibt es keinerlei wissenschaftliche belege, wie der Psychologe Tewes Wischmann von der Universität Heidelberg in der "Apotheken Umschau" berichtet. Dieses Vorurteil könne Frauen aber stark belasten, da es den Eindruck vermittle, dass sie sich falsch verhielten.

Laut Wischmann vermuten Laien psychische Gründe hinter der Kinderlosigkeit, weil sie Einzelbeobachtungen überbewerten. Ein Mythos sei es etwa, dass Frauen nach der Adoption eines Kindes häufig schwanger würden. Zahlen stützten diese Behauptung nicht. Selbst der Einfluss von Stress auf die Fruchtbarkeit werde meist überschätzt, betont der Experte. Die Psyche sei in nur fünf Prozent aller Fälle an Fruchtbarkeitsstörungen beteiligt. (APA/AP)

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