Finanzinvestoren nehmen Indien ins Visier

16. Dezember 2005, 10:07
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Infrastrukturausbau und robuste Börse sorgen für Interesse

US-amerikanische Risikokapitalgeber haben zunehmend indische Hightech-Firmen im Visier. Für das Interesse sorgen sowohl der rasant fortschreitende Ausbau der technologischen Infrastruktur als auch die robuste Börsenentwicklung, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Bisher konzentrierten sich die Finanzinvestoren eher auf Transaktionen in China. So flossen in den vergangenen vier Jahren zwei Mrd. Dollar an US-amerikanischem Venture Capital (VC) in das Riesenreich, aber nur eine Mrd. Dollar nach Indien.

Dieser Trend könnte sich nun umkehren. "Wir sehen uns selbst immer mehr direkte Investitionen in Indien vornehmen", zitiert das WSJ Promode Haque, Managing Partner bei Norwest Venture Partners. So will das Unternehmen 13,8 Mio. Dollar in den indischen Softwarespezialisten Persistent Systems stecken. Zwei weitere Investitionen seien noch in der Pipeline. Intel Capital, die Risikokapitalsparte des Chipriesen, hat laut WSJ bereits einen 250 Mio. Dollar schweren Fonds für Investitionen in indische Unternehmen im Breitband- oder Mobilfunkbereich aufgelegt. Die Nachfrage nach Technologien wie Handys in Indien sei riesig, so Intel-Capital-Vizepräsident Sriram Viswanathan.

Auch der britische Finanzinvestor 3i hat mit der Eröffnung eines Büros in Mumbai (Bombay) sein Engagement in Indien verstärkt. Dabei ziele 3i vor allem auf wachstumsstarke Unternehmen, wie etwa aus dem Service-Bereich, sagte Andreas Kochhäuser, Partner Venture Capital bei 3i Deutschland gegenüber pressetext. Einen Trend europäischer Venture-Capital-Firmen, direkt in Indien zu investieren, hat Kochhäuser aber noch nicht ausgemacht.

Viele Unternehmen seien zwar an einem finanziellen Engagement in Indien interessiert. Die europäische VC-Branche sei aber noch sehr stark national strukturiert. Obwohl 3i in diesem Jahr mit einem Büro in Schanghai sein Engagement in China ausgebaut hat, sieht Kochhäuser Indien nicht benachteiligt. Indien habe als ehemalige britische Kolonie aufgrund seiner sprachlichen und kulturellen Nähe auch gewisse Vorteile. (pte)

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