Der Softwarekonzern und die Forscher

20. Dezember 2005, 10:52
1 Posting

Microsoft engagiert sich mit 1000 Forschern auf dem Alten Kontinent, um gemeinsam mit Universitäten und Unternehmen an der Zukunft zu bauen

Unter Innovation kann man vieles verstehen. Für Jean-Philippe Courtois, Präsident von Microsoft International, gehört die jüngst auf den Markt gekommene Spielkonsole XBox 3600 dazu. Das wesentliche Innovationspotenzial seines Unternehmens, dem weltgrößten Softwarekonzern, liege jedoch - besonders in Europa - darin, Produkte auf den Markt zu bringen, die kleinen und mittleren Unternehmen in einer globalisierten Welt die Wettbewerbsfähigkeit sichert.

Kein Erfolg

"Für diese Unternehmen gilt dasselbe wie für Microsoft: Wer nicht innovativ genug ist, wird keinen Erfolg haben", sagte Courtois beim Microsoft European Research and Innovation Day (MERID) in Brüssel zum STANDARD.

Im Vorjahr gestartet, will Microsoft mit der Veranstaltung eine Plattform für Forscher, Wissenschafter, Politiker, Unternehmer und Studenten bieten, auf der diskutiert und demonstriert wird, welche Innovationen der Zukunft für die Entwicklung Europas von Bedeutung sein könnten, etwa indem sie neue, qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.

Forschung

Weltweit investiert der amerikanische Softwarekonzern 7,2 Mrd. Dollar in Forschung und Entwicklung, 25.000 der rund 55.000 Mitarbeiter sind den Angaben nach in diesem Bereich involviert, davon etwa 1000 in der Basisforschung. Rund 1000 Forscher, Entwickler und Spezialisten stehen in Europa auf der Microsoft-Payroll.

Blick in die Zukunft

"Wir wollen mit unserer Arbeit herausfinden, wie wir mit digitalen Technologien die Art und Weise, wie wir heute Dinge tun, verändern und vor allem verbessern können", lautet für Rick Raschid, Senior Vice President von Microsoft Research eine der Maximen der Forschungsarbeit. "Immer mehr an Bedeutung gewinnt dabei die Frage, wie wir einfachen und schnellen Zugang zu digitalisierten Informationen im Web und anderswo finden", erläutert der Forschungsmanager.

Demonstriert wurde auf der Veranstaltung sowohl Handfestes als auch Visionäres. Zu Letztem gehört eindeutig die "Bilderschüssel" (Picture Bowl). So wie wir dazu neigen, Krimskrams wie Autoschlüssel, Kleingeld etc. gern an einem beliebten Platz in der Wohnung zu sammeln, könnte es eines Tages Gefäße, Schubladen etc. geben, in die wir etwa digitale Aufnahmegeräte aller Art hineinlegen, die Bilder und Videos darin präsentiert bekommen und den Inhalt dort vorübergehend ablegen.

konkret<7b>

Wesentlich konkreter ist da schon die "Digital Tapestry aus dem Research Lab in Cambridge. Dieses Projekt ermöglicht aus einer Fülle digitaler Bilder sich eine Collage mit sanften Übergängen zu bauen.

Im Aachener Microsoft Innovation Center wird unter anderem an "Wearable Computing", also quasi in die Kleidung integrierte Computer geforscht. So können zum Beispiel Sensoren an einem intelligenten Handschuh dem Mitarbeiter wichtige Informationen über das Werkstück liefern, an dem er gerade arbeitet. Auf diesem Gebiet arbeitet Microsoft mit zahlreichen namhaften Unternehmen zusammen. (Karin Tzschentke aus Brüssel, DER STANDARD Printausgabe, 9.12 2005) (www.wearitatwork)

Share if you care.