Damit das Träumen nicht zu kurz kommt

6. Juni 2006, 11:11
posten

Eine Vernissage mit Werken gehandikapter Schüler zum "Kunststück Traumberuf" - Träumen war dabei ganz wichtig

"Wir wollten etwas Lustiges machen, sonst hätte sich jeder fadisiert", erklärt Katharina Hanzal von "Faktor i" das "Kunststück Traumberuf". Damit das Träumen nicht zu kurz kommt, rief sie drei Workshops ins Leben, bei denen Jugendliche mit Handikap ihren Traumberuf künstlerisch verwirklichten: "Es wurde gebastelt, geklebt und gezeichnet." Die Ergebnisse wurden im "Faktor i", wo sonst Jugendliche mit Behinderung beraten werden, als Vernissage gezeigt. Alex lieferte mit "Schneemann" den originellsten Traumberuf.

Bereits beim Eintreten fällt eine riesige Bilderkollage auf, die sich aus Zeichnungen mit den Farbschwerpunkten Rot, Grün, Blau und Gelb zusammensetzt. "Die Jugendlichen haben alles zu Papier gebracht, was ihnen zu einer Farbe eingefallen ist", erklärt Hanzal das Kunstwerk.

"Die Arbeit mit den Kindern macht mir irrsinnig Spaß", zeigt sich auch die Kunsttherapeutin Susanna Friedl mit dem Projekt zufrieden. Bei ihrer Arbeit mit den gehandikapten Jugendlichen suche sie stets Kontakt mit ihnen, denn "Kunst ist eine Sprache, die alle verstehen". "Stefan war apathisch", erzählt sie im Gespräch mit dem SCHÜLER-STANDARD. Er wurde motiviert, bis er sein Matchboxauto nahm, unten anmalte und damit quer übers Papier fuhr. "Bilder, die um teures Geld verkauft werden, sehen auch nicht anders aus", begeisterte sich eine Besucherin für Stefans Meisterwerke. Die 16-jährige Sanja erklärt uns, warum ihr Traumjob Gärtnerin ist: "Die Blumen und die Natur sind so schön und duften wunderbar."

Für eine Moderation ohne Worte sorgte Pantomime-Künstlerin Mc Bee. Ihren Traumberuf hat sie trotz schwerer Hörbehinderung verwirklicht und will damit Jugendlichen mit ähnlichem Schicksal Mut machen. Ihre Mutter weiß von den Hindernissen, die einem Gehandikapten in den Weg gelegt werden. Mc Bees Theaterprojekt wurde zu Fall gebracht, weil ein einziger Anrainer die Anwesenheit eines Behinderten als störend empfand und vor Gericht Recht bekam - "und das im Jahr 2005". (DER STANDARD, Printausgabe, muel, zbo, 6.12.2005)

Share if you care.