Bei Innovationen nur im letzten Drittel

12. Dezember 2005, 15:02
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Unter 13 führenden Industrieländern nimmt die Alpenrepublik laut Studie nur den elften Platz ein

In einer Vergleichsstudie zum Thema Forschung & Entwicklung kommt Österreich dank des schwachen Abschneidens des Unternehmenssektors nur auf Platz elf von 13. Experten relativieren diese Aussage. Vieles werde aus dem Ausland finanziert, aber hier erforscht.

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Wien - Österreichs Unternehmen schneiden mit ihrem finanziellen Engagement in Sachen Forschung & Entwicklung (F&E) sowie bei ihrer generellen Innovationsfähigkeit im internationalen Vergleich nur mäßig ab - Rang neun beziehungsweise elf von insgesamt dreizehn Plätzen. Gut bewertet - mit dem dritten Rang - wird in einer neuen Vergleichsstudie des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW) hingegen die staatliche F&E-Förderung in Österreich.

Insgesamt kommt Österreich mit diesem privaten und öffentlichen Innovationsmix unter den 13 verglichenen Ländern nur auf Rang elf. Schlechter platziert sind nur Spanien und Italien. Spitzenreiter sind einmal mehr die USA sowie die skandinavischen Länder.

Experten relativieren

Die heimische Industrie sieht dies freilich anders. Der Unternehmenssektor habe zwischen 2000 und 2005 seine F&E-Ausgaben um 46,5 Prozent gesteigert. Heuer werde die Industrie 3,57 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung in Österreich investieren. Außerdem weise Österreich den höchsten Forscheranteil im Unternehmensbereich der EU-15 auf.

Auch Hannes Leo, Innovationsexperte am Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo), relativiert die DIW-Studie. "Österreichs Industrie bekommt einen hohen Anteil ihrer F&E-Ausgaben aus dem Ausland finanziert, von Konzernen, deren Tochterfirmen hier Forschung betreiben. Wenn man das dazu zählt, schneiden wir wesentlich besser ab."

Handlungsbedarf

Nichtsdestotrotz gebe es sowohl auf der Unternehmensseite wie auch im staatlichen Bereich der F&E-Förderung Handlungsbedarf. In den Jahren 1998 bis 2002 habe Österreich seine jährlichen Forschungsausgaben bereits mit einem Tempo von rund sieben Prozent pro Jahr gesteigert.

Um das Fernziel einer Forschungsquote von drei Prozent bis zum Jahr 2010 zu schaffen, müssten diese Anstrengungen aber noch verstärkt werden. Leo: "Sowohl von staatlicher Seite als auch im Unternehmensbereich müssten die Ausgaben um rund neun Prozent im Jahr gesteigert werden. Das ist ein sehr anspruchsvolles Ziel." Derzeit liegt Österreichs F&E-Quote bei 2,35 Prozent. (Michael Bachner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11.12.2005)

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