Wifo bestätigt beschleunigtes Wirtschaftswachstum im 3. Quartal

20. Dezember 2005, 11:51
posten

Heimisches Bruttoinlandsprodukt gegenüber Vorperiode um 0,5 Prozent gestiegen - Nachfrageimpulse kommen vor allem aus dem Ausland

Wien - Österreichs Wirtschaft ist im 3. Quartal 2005 um Saison- und Arbeitstagseffekte bereinigt nach Angaben des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) real um 0,5 Prozent gegenüber der Vorperiode gewachsen. Für das 2. Quartel ergab die Revision einen Anstieg von 0,4 Prozent. Nach der Wachstumsschwäche zu Jahresbeginn (1. Quartal: +0,1 Prozent) sei damit die Erholung wieder in Gang gekommen. "Der stärkste Wachstumsimpuls ging von der Auslandsnachfrage aus, jedoch belebte sich auch die Binnennachfrage", so das Wifo in einer Aussendung vom Freitag.

Nachdem sich die Konjunktur 2004 kräftig belebt hatte, erlahmten die Aufschwungkräfte zu Jahresbeginn merklich, die Wirtschaft expandierte real um nur mehr 0,1 Prozent. Im 2. und 3. Quartal gewann sie wieder an Dynamik. Im Vergleich mit dem günstigen Ergebnis im 2. Halbjahr 2004 war im 3. Quartal eine leichte Verlangsamung zu beobachten (+1,8 Prozent nach +2,0 Prozent im 2. Quartal).

Unter Ergebnissen der Schnellschätzung

Nach der aktuellen Berechnung blieb das Wirtschaftswachstum etwas unter den Ergebnissen der Wifo-Schnellschätzung von Mitte November (2. Quartal: +0,5 Prozent, 3. Quartal: +0,6 Prozent).

Die Nachfrageimpulse seien im 3. Quartal hauptsächlich aus dem Ausland gekommen, so das Wifo. Während der Warenexport das Vorjahresniveau real nur wenig übertraf (+2,1 Prozent), verstärkte sich die Zunahme gegenüber der Vorperiode beträchtlich (real +2,8 Prozent nach +1,8 Prozent im 2. Quartal). Der Export wuchs mit real +1,1 Prozent gegenüber der Vorperiode wesentlich schwächer, weil die Dienstleistungsausfuhr kaum ausgeweitet worden sei (+0,5 Prozent).

Der Konsum der privaten Haushalte entwickelt sich laut Wifo nach wie vor verhalten, wenngleich sich der Anstieg von +0,3 Prozent im 2. Quartal auf +0,4 Prozent im 3. Quartal leicht beschleunigt hat. Die Senkung der Einkommensteuer mit Anfang 2005 dürfte die Haushaltseinkommen nicht ausreichend ausgeweitet haben, um die dämpfenden Effekte der Preissteigerungen aufzufangen, vermuten die Konjunkturforscher. Die öffentlichen Konsumausgaben folgten etwas abgeschwächt dem mäßigen Wachstumstrend der vergangenen Quartale (3. Quartal: +0,3 Prozent).

Nachfrage zog an

Die Bruttoanlageinvestitionen schrumpften nach dem Auslaufen der Investitionszuwachsprämie (Ende 2004) im 1. Quartal 2005 real um 0,9 Prozent gegenüber der Vorperiode und auch noch im 2. Quartal (-0,1 Prozent). Im 3. Quartal zog die Nachfrage allerdings wieder an (+0,7 Prozent). Vor allem die Ausrüstungsinvestitionen belebten sich merklich (+1,3 Prozent, 2. Quartal: -0,8 Prozent). Weniger deutlich fiel die Wachstumsbeschleunigung der Bauinvestitionen aus (+0,5 Prozent, 2. Quartal: +0,4 Prozent). Dabei, so das Wifo, seien sowohl die Investitionen in Wohnbauten als auch jene in Nichtwohnbauten gesteigert worden. (APA)

Share if you care.