China verschärft Ton gegen Japan

16. Dezember 2005, 09:57
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Li Zhaoxing: Verehrung von "Kriegsverbrechern" verletzt Gefühle der Menschen in anderen asiatischen Staaten

Kuala Lumpur - Im Streit um die Besuche des japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi am umstrittenen Yasukuni-Schrein hat China seinen Ton erneut verschärft. Mit seiner Verehrung von "Kriegsverbrechern" verletze Koizumi auf "arrogante und eklatante Weise" die Gefühle der Menschen in anderen asiatischen Staaten, sagte Außenminister Li Zhaoxing am Freitag in Kuala Lumpur vor Journalisten. China habe deshalb ein am Rande des kommende Woche in der malaysischen Hauptstadt beginnenden ASEAN-Gipfels geplantes Treffen mit den Außenministern von Japan und Südkorea abgesagt, sagte Li. Er forderte Koizumi auf, seine Fehler zu korrigieren.

Treffen abgesagt

Ein japanischer Regierungssprecher bestätigte die Absage des für Donnerstag geplanten Treffens. Am Sonntag hatte China offenbar wegen des Streits um den Yasukuni-Schrein bereits das traditionelle Treffen der Staatschefs der drei Länder abgesagt. Koizumi hatte im Oktober erneut den Yasukuni-Kriegerschrein in Tokio besucht. Am Yasukuni-Heiligtum werden nicht nur 2,5 Millionen japanische Kriegstote geehrt, sondern auch mehr als ein Dutzend verurteilte Kriegsverbrecher. China und die beiden koreanischen Staaten kritisieren die Besuche an dem Schrein als Verherrlichung des japanischen Militarismus. (APA/AFP)

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