Frankreich: Ex-Minister und Geschäftsmann Tapie erneut verurteilt

21. Dezember 2005, 14:06
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Anwalt: Er muss wegen Steuerhinterziehung nicht ins Gefängnis

Paris - Der prominente frühere französische Geschäftsmann Bernard Tapie ist am Donnerstag wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt worden, muss nach Angaben seines Anwalts aber nicht ins Gefängnis. Das Gericht erklärte, Tapie müsse von den drei Jahren mindestens acht Monate absitzen. Darauf wurden ihm acht Monate einer früheren Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung und Bestechung angerechnet.

Tapies Karriere glich in den vergangenen zwei Jahrzehnten einer Achterbahn: Als Geschäftsmann zum Millionär aufgestiegen übernahm er die Aktienmehrheit des Sportartikelherstellers Adidas. In Marseille wurde er Präsident den maroden Fußballclubs Olympique, den er Anfang der 90er Jahre zur erfolgreichsten Mannschaft des Landes machte. Der Arbeitersohn aus einer Pariser Vorstadt wurde Vorbild des Erfolgs und bei vielen Franzosen beliebt. Unter dem sozialistischen Präsidenten Francois Mitterrand stieg er in die Politik ein und wurde Städtebauminister.

Ende der 90er Jahre begann abrupt sein Abstieg, zunächst mit dem Vorwurf, Gegner seines Fußballclubs bestochen zu haben. Polizei und Staatsanwälte durchforsteten in den folgenden Jahren Tapies Geschäftsleben und traten eine Prozesslawine los, unter anderem wegen Korruption und Steuerhinterziehung in mehreren Fällen. Seiner Popularität vor allem in Marseille tat dies jedoch keinen Abbruch. (APA/Reuters)

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