Deutsche Wirtschaft wächst 2006 um 1,6 Prozent

20. Dezember 2005, 11:51
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RWI erhöht Wachstumsprognose um 0,2 Prozent - Erstmals leiste Binnennachfrage "nennenswerten Beitrag"

Berlin - Eine dynamische Weltwirtschaft und ein anhaltender Investitionsaufschwung dürften nach Einschätzung des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsinstituts (RWI) das deutsche Wachstum im kommenden Jahr ankurbeln. Das Institut erhöhte seine Wachstumsprognose für 2006 um 0,2 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent, während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr voraussichtlich nur um 0,9 Prozent zulegen wird.

"Erstmals seit langem leistete die Inlandsnachfrage einen nennenswerten Beitrag, insbesondere die kräftig gestiegenen Ausrüstungsinvestitionen ", hieß es in der am Donnerstag veröffentlichten neuen Wachstumsprognose des Essener RWI.

Schwachpunkt der Konjunktur bleibe auch im kommenden Jahr der private Konsum, der erst in der zweiten Hälfte 2006 spürbar steigen werde. "Teuer erkauft ist jener Teil der kräftigen Expansion, der aus Vorzieheffekten beim privaten Konsum durch die geplante Mehrwertsteuererhöhung resultiert", schrieben die Experten, denn 2007 stünde dem ein Ausfall bei der privaten Nachfrage gegenüber.

Positive Impulse vom Arbeitsmarkt

Positive Impulse erhalte die private Nachfrage vom Arbeitsmarkt: "Die Erwerbstätigkeit dürfte im Jahresdurchschnitt (2006) um 0,7 Prozent zunehmen."

Nach Einschätzung des RWI wird das staatliche Budgetdefizit 2006 mit 3,2 Prozent erneut die Maastricht-Kriterien verletzen. Vor Abschluss der Koalitionsverhandlungen hatten die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute - zu denen auch das RWI gehört - noch ein Wachstum von 1,2 Prozent vorausgesagt. (APA/Reuters)

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