Siemens gibt Hydro-Sparte von VA Tech an Allianz Capital ab

21. Dezember 2005, 14:26
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Vergabe gilt als gelaufen - "Branchenkreise" glauben, dass die Hydro bis zu 420 Millionen Euro wert ist

München/Wien - Die Befürchtungen von Interessenten, der Verkauf der VA Tech Hydro könnte zu Gunsten der Allianz Capital so gut wie gelaufen sein, dürften sich bestätigen.

Siemens wolle an den Finanzinvestor Allianz Capital Partners verkaufen, der gemeinsam mit der österreichischen Soravia-Gruppe für die Übernahme biete, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Donnerstagausgabe. Ein Siemens-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. "Das ist eine Spekulation, das kommentieren wir nicht."

Die EU-Kommission hatte dem Münchner Konzern die Auflage gemacht, bei der Übernahme der österreichischen VA Tech deren Hydro-Sparte bis zum März 2005 zu verkaufen. Insgesamt haben sich dem Bericht zufolge sieben Interessenten beworben.

Allianz Capital, eine 100-Prozent-Tochter der Allianz, und die österreichische Soravia-Gruppe seien dabei, die Wasserkraftsparte der VA Tech zu erwerben, hieß es. "Branchenkreise" beziffern den Preis der Hydro auf 350 bis 420 Mio. Euro, meint die Zeitung.

900 Millionen Euro Umsatz

Die Sparte beschäftigt 3.000 Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr knapp 900 Mio. Euro Umsatz erzielten. Laut einer unbestätigten jüngeren österreichischen Zeitungsmeldung soll die Hydro heuer nicht mehr als etwa 20 Mio. Euro Betriebsgewinn erwirtschaften.

Siemens muss die Sparte verkaufen, weil der Konzern sonst über seine 34-Prozent-Beteiligung am Wasserkraft-Joint-Venture Siemens-Voith eine marktbeherrschende Stellung erreichen würde.

Wie berichtet, sehen österreichische Interessenten für die Übernahme der Sparte die Sache als faktisch gelaufen an. "Es verdichtet sich immer mehr das Bild, dass Siemens ein ungutes Spiel abzieht. Das ist nur 'Burgtheater', damit das Ganze (der Verkauf, Anm.) nach außen hin professionell dokumentiert ist", hatte ein Bieter vor wenigen Tagen im Gespräch mit der APA geurteilt. Verkäufer Siemens wolle wohl die Kontrolle bei der Hydro behalten, und das gehe nur über die "befreundete" Allianz. (APA/dpa)

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