Macht uns Telematik glücklich?

15. Dezember 2005, 19:36
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Die Vorteile sind gering, die Kosten aber explodieren

Der Begriff Telematik ist ein Kunstwort und setzt sich aus Telekommunikation und Informatik zusammen. Dazu gehören Einrichtungen zur Navigation und dynamischen Zielführung, Fahrzeug-Umfeldwahrnehmung, Verkehrsbeeinflussungsanlagen und Mauterfassung.

Geringe Effekte

Doch nach jüngeren Untersuchungen sind die positiven Effekte von Telematikeinrichtungen geringer als vielfach kolportiert wird. So sieht das deutsche Verkehrsministerium nur periphere substanzielle Verbesserungen für die Autofahrer im Vergleich zum enormen Paket an Aufwand und Kosten. Im Original: "Dynamische Zielführungssysteme und Verkehrsinformation bewirken in Ballungsräumen eine Reisezeitersparnis von drei Prozent.

Durch Vermeidung von Parkplatz- und Zielsuchverkehr reduzieren sich die Pkw-Fahrleistungen innerorts um ein bis zwei Prozent. Durch neue Streckenbeeinflussungsanlagen auf Autobahnen steigt die Streckenkapazität um fünf bis zehn Prozent." Als positiver Nebeneffekt der totalen Knebelung der Autofahrer hofft man immerhin, dass die Unfälle um 30 Prozent zurückgehen.

Beängstigend

Das ist eine beängstigende Perspektive für die Kostensituation der Autofahrer. Denn dazu kommt, dass es etwa in Deutschland Bemühungen von Baukonsortien gibt, die Autobahn zu übernehmen. Die Kosten würden ein Vielfaches von Mobilfunklizenzen betragen. Wer sonst sollte das bezahlen als die Autofahrer? Immerhin wurden die Autobahnen bereits von unserem Steuergeld gebaut.

Außerdem wird das europäische Satellitensystem Galileo in ein paar Jahren startbereit sein. Dann könnte der Verkehr in Europa dauerhaft erfasst und abgerechnet werden, von Mautgebühren bis zu Geschwindigkeitskontrollen, wäre es dann möglich, elektronisch auch gleich die dazugehörige Strafe zu verhängen. (rs, AUTOMOBIL, 9.12.2005)

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Rudolf Skarics

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