NATO schickt ISAF mit "robusterem" Mandat nach Südafghanistan

21. Dezember 2005, 13:54
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"Unberechenbare Gegend" - Soldaten bisher nur im Norden und Westen des Landes präsent

Brüssel - Die NATO will die internationale Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) mit einem "robusteren" Mandat in den Süden des Landes schicken. Dies sieht ein Plan vor, über den die Außenminister des Bündnisses am Donnerstag in Brüssel berieten. Bisher war die Truppe nur im Norden und Westen Afghanistans präsent.

"Das ist eine unberechenbarere Gegend", sagte NATO-Sprecher James Appathurai. Deswegen würden die Verhaltensregeln für den gesamten ISAF Einsatz (Rules of Engagement) durchsetzungsfähiger gemacht. "Die Regeln werden den Soldaten das Recht geben, sich noch robuster zu verteidigen", sagte der Sprecher. "Sie werden nicht mit gebundenen Händen in den Einsatz geschickt.

Wiederaufbauteams

Die Truppenstärke der ISAF wird wegen der Ausdehnung in den Süden Afghanistan von bisher knapp 10.000 auf etwa 16.000 ansteigen. Großbritannien und Kanada haben sich schon zum Einsatz im Süden bereit erklärt, die Niederlande und Australien haben diesen Einsatz noch nicht offiziell beschlossen. Die ISAF soll in den ersten Monaten des kommenden Jahres in den Süden einrücken. Dort werden auch vier zivile Wiederaufbauteams (PRT) militärisch geschützt. Die Gesamtzahl der Teams erhöht sich damit auf 13.

Die Einzelheiten der Verhaltensregeln müssen noch festgelegt werden. Noch im März hatte es nach einem Selbstmordattentat, bei dem ein deutscher Soldat getötet worden war, geheißen, die Richtlinien seien ausreichend. Vor allem Deutschland weigert sich gegen den beharrlichen Wunsch der US-Regierung, den unter amerikanischer Führung stehenden Anti-Terror-Einsatz "Enduring Freedom" in Afghanistan mit der ISAF zu verschmelzen. (APA/dpa)

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