Reporter ohne Grenzen verlieh Menschenrechtspreis

27. März 2006, 16:04
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"Das Menschenrecht, frei und unabhängig zu informieren und informiert zu werden, wird weltweit ständig missachtet"

Der chinesische Journalist Zhao Yan und der afghanische Fernsehsender Tolo TV haben am Mittwochabend in Paris den 14. Menschenrechtspreis der gemeinnützigen Organisation Reporter ohne Grenzen (Reporters sans frontieres/RSF) erhalten. Außerdem wurde der mit je 2.500 Euro dotierte Preis an die "Nationale Union der somalischen Journalisten" und den Syrer Massoud Hamid vergeben.

"Das Menschenrecht, frei und unabhängig zu informieren und informiert zu werden, wird weltweit ständig missachtet", sagt Elke Schäfter, Geschäftsführerin von Reporter ohne Grenzen in Deutschland. "Darauf wollen wir mit dem Preis aufmerksam machen. Und wir wollen diejenigen unterstützen, die sich kontinuierlich für die Meinungsfreiheit engagieren und dabei ihre persönliche Freiheit und sogar ihr Leben riskieren."

Todesstrafe riskiert

Als Journalist, der sich besonders für die Pressefreiheit eingesetzt hat, wurde der Chinese Zhao Yan ausgezeichnet. Er hatte einem Kollegen der "New York Times" von Gerüchten über Spannungen zwischen dem alten und derzeitigen chinesischen Präsidenten berichtet und damit die Todesstrafe riskiert: Seit dem 17. September 2004 ist er wegen "Weitergabe von Staatsgeheimnissen" inhaftiert.

Den Preis für ein Medium, das sich besonders durch seine unabhängigen Informationen auszeichnet, erhielt der afghanische Fernsehsender Tolo TV. Seit seinem Start im Oktober 2004 ist der Sender zahlreichen Anfeindungen ausgesetzt. Der Syrer Massoud Hamid wurde für seine Berichte im Internet geehrt. Er hat beispielsweise Fotos einer prokurdischen Demonstration ins Netz gestellt. Der 29-jährige Student der Journalistik ist 2004 zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Den Preis für die Verteidiger der Pressfreiheit bekam die "Nationale Union der somalischen Journalisten" (NUSOJ). Der Verband setzt sich in dem ostafrikanischen Land für unabhängige Medien und Journalisten ein. (APA)

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