US-Offiziere wussten von Misshandlungen

11. Dezember 2005, 13:23
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Über Missstände in irakischen Gefängnissen bereits im Juni informiert - Ermittlungsbericht steht noch aus

Washington - Ranghohe US-Kommandeure im Irak haben laut Akten des Pentagons seit Monaten von Misshandlungsvorwürfen gegen irakische Sicherheitskräfte gewusst. Der Oberbefehlshaber General George Casey war demnach bereits im Juni über Missstände in irakischen Gefängnissen informiert. Das geht aus einer Aktennotiz hervor, die am Mittwoch (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AP zuging.

Der Skandal kam ans Licht, als US-Soldaten Mitte November 173 unterernährte und möglicherweise gefolterte Häftlinge in einem Gefängnis des Bagdader Innenministeriums entdeckten.

"In den vergangenen Monaten habe ich Berichte über schwere Misshandlungen von Häftlingen seitens der irakischen Sicherheitskräfte erhalten", hieß es in dem von Casey verfassten Memorandum. Er habe diese Berichte an Vertreter der irakischen Regierung weitergeleitet. Nähere Angaben über die Art der Misshandlungen machte Casey in der Notiz vom 22. Juni nicht.

Ermittlungsbericht steht aus

Nach Bekanntwerden des Skandals leiteten die USA gemeinsam mit der Regierung in Bagdad Ermittlungen über die Zustände in irakischen Haftanstalten ein. Der ursprünglich für Ende November angekündigte Ermittlungsbericht steht noch aus. (APA/AP)

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