Acht Tote an letztem Wahltag

12. Dezember 2005, 14:57
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Gewaltsame Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten - Muslimbruderschaft verfünffachte parlamentarische Präsenz

Kairo - Bei der Parlamentswahl in Ägypten haben die Anhänger der offiziell verbotenen Muslimbruderschaft so viele Mandate erreicht wie nie zuvor. Die islamische Opposition verfügt in der neuen Volksvertretung über 88 der 454 Sitze, wie am Donnerstag aus dem Innenministerium in Kairo verlautete. Eine klare Mehrheit von 333 Sitzen haben aber weiterhin die Nationaldemokratische Partei (NDP) von Präsident Hosni Mubarak und ihre Verbündeten. Dies sind allerdings 90 Mandate weniger als im alten Parlament.

Da die Muslimbrüder von der Wahl ausgeschlossen waren, hatte sie ihre Vertreter als unabhängige Kandidaten in das Rennen geschickt. Auf andere Oppositionsparteien und unabhängige Kandidaten entfallen 21 Mandate.

Vier Wochen

Die Wahl erstreckte sich über vier Wochen und wurde von massiven Behinderungen und gewaltsamen Zwischenfällen begleitet. Am letzten Tag der Abstimmung am Mittwoch wurden acht Menschen von Soldaten oder Polizisten erschossen, darunter ein 14-jähriger Bub. Nach Berichten von Beobachtern hatten Anhänger der Regierungspartei und Polizei Oppositionsanhänger am Betreten der Wahllokale gehindert. Mehr als 1.000 Personen wurden festgenommen, vor allem Anhänger der Muslimbruderschaft.

In der vierten und letzten Runde der Wahl ging es um 127 Mandate, bei denen kein Kandidat die absolute Mehrheit des Wahlkreises erringen konnte. Die vorläufigen Ergebnisse basieren auf der Auszählung von 415 der 444 Wahlkreise. In zwölf Wahlkreisen soll erst zu einem späteren Zeitpunkt gewählt werden. (APA/Reuters/AP)

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    In Zagazig brachen Straßenschlachten zwischen Anhängern der Regierung und der Muslimbruderschaft aus.

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