USA akzeptieren "nur den kompletten Sieg"

9. Dezember 2005, 21:57
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Bush: "Terroristen wollen totalitäres islamisches Reich von Indonesien bis Spanien errichten"

Washington - US-Präsident George W. Bush hat am Mittwoch Probleme beim Wiederaufbau im Irak eingeräumt. So unterwanderten Milizen die Polizei, und auf regionaler und nationaler Regierungsebene sei Korruption an der Tagesordnung. Die insgesamt positive Entwicklung im Irak sei aber unverkennbar. Bush hob die Befriedung von Najaf südlich von Bagdad und Mosul im Norden des Landes hervor.

"Kompletter Sieg" erwünscht

Der Präsident betonte in seiner Rede vor dem Forschungsinstitut "Council on Foreign Relations" in Washington, er werde den Kampf gegen Aufständische und Terroristen entschlossen fortsetzen. Andernfalls drohe der Irak, zur Ausgangsbasis für Anschläge in aller Welt zu werden. Anhänger des irakischen Ex-Machthabers Saddam Hussein und Al-Kaida-Terroristen versuchten, sich dort breitzumachen, um die USA anzugreifen, moderate Regierungen in der Region zu stürzen und "ein totalitäres islamisches Reich von Indonesien bis Spanien" zu errichten. "Mit dem Kampf gegen die Terroristen im Irak stellen wir uns gegen eine direkte Bedrohung der amerikanischen Bevölkerung. Und wir akzeptieren nichts Geringeres als den kompletten Sieg."

Mehr Akzeptanz für kleinere Projekte

Bush räumte ein, dass die US-Strategie, die Infrastruktur im großen Stil zu reparieren und auszubauen, bei den Irakern nicht angekommen sei. Dringender sei das Bedürfnis nach kleineren Projekten wie Abwasserkanälen und Straßen gewesen. Die US-Regierung sei darauf eingegangen. "Der Wiederaufbau hat nicht immer so gut geklappt wie wir gehofft hatten, vor allem wegen der Sicherheitsprobleme", sagte Bush. "Terroristen und Saddam-Anhängern ist es gelungen, den Fortschritt zu verzögern, aber sie schafften es nicht, ihn zu stoppen."

"Dies ist ein leiser, konstanter Fortschritt", sagte Bush. "Damit macht man nicht jeden Abend Schlagzeilen." Kritik aus demokratischen Reihen, dass ein Sieg im Irak praktisch unmöglich sei, wies Bush vehement zurück. Er zitierte lange Passagen aus einem Zeitungsbeitrag des konservativ-demokratischen Senators Joe Lieberman, der selbst nach Reisen in den Irak auf Fortschritte verwiesen hatte. Einen Zeitplan für den Abzug der US-Soldaten lehnte Bush erneut ab.

Am 64. Jahrestag des japanischen Angriffs auf Pearl Harbour sagte Bush: "Wie die Amerikaner in Uniform vor ihnen kämpfen unsere Soldaten gegen einen gefährlichen Feind, bringen Millionen von Menschen die Freiheit und gestalten einen mit Problemen belasteten Teil der Welt neu." (APA)

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    Bush bei seiner Rede vor dem Forschungsinstitut "Council on Foreign Relations" in Washington: "Dies ist ein leiser, konstanter Fortschritt".

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