Ein Toter bei israelischem Raketenangriff

9. Dezember 2005, 19:01
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Schuss auf Wagen von Mitgliedern des Volkswiderstandskomitees - Militante Gruppen drohen mit Ende der Waffenruhe

Gaza/Tel Aviv - Die israelische Luftwaffe hat am Mittwochabend ein Auto mit militanten Palästinensern im Süden des Gaza-Streifens beschossen. Mindestens ein Extremist sei getötet worden, berichteten Rettungskräfte. Mindestens acht weitere Menschen wurden laut Polizeikreisen verletzt. Die Rakete traf den weißen Subaru kurz nach Anbruch der Dunkelheit in der Stadt Rafah.

Im Wagen saßen nach Angaben eines palästinensischen Regierungsmitarbeiters drei Mitglieder des Volkswiderstandskomitees. Bei dem Getöteten handle es sich um Mahmoud Arkan, der für mehrere Anschläge auf Israelis verantwortlich sein soll. Die israelischen Streitkräfte bestätigten, dass Arkan das Ziel des Angriffs gewesen sei.

Das Volkswiderstandskomitee und die Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden hatten zuvor angedroht, die Waffenruhe vom Februar aufzukündigen, sollte Präsident Mahmoud Abbas weiter gegen Extremisten vorgehen. Die palästinensische Autonomiebehörde hat nach einem Selbstmordanschlag am Montag in Israel 15 Mitglieder des Islamischen Jihad festgenommen; die Organisation hatte sich zu der Tat bekannt, bei der fünf Israelis getötet worden waren.

In einer gemeinsamen Erklärung des Volkswiderstandskomitees und der Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden vom Mittwoch heißt es: "Wir sind zu einem Ende der Waffenruhe bereit. Der Kampf sollte sich gegen die (israelische) Besatzung und nicht gegen die Flügel des palästinensischen Widerstandes richten." Die Autonomiebehörde zeigte sich unbeeindruckt. Man werde weiter diejenigen suchen und festnehmen, die für die Tat verantwortlich seien, sagte der Sprecher des palästinensischen Innenministeriums, Tawfik Abu Khussa.

Auflösung der Likud-Partei

In Israel setzte sich unterdessen die Auflösung der regierenden Likud-Partei fort. Gut zwei Wochen, nachdem Ministerpräsident Ariel Sharon den Block verlassen und eine neue Organisation gegründet hatte, folgte ihm am Mittwoch ein weiteres Likud-Führungsmitglied. Tzachi (Zahi) Hanegbi, Sohn eines der Gründungsmitglieder und ehemaliger Umweltminister, sagte, er habe das Vertrauen in das Likud-Führungspersonal verloren.

Er glaube, Sharon sei derzeit der beste Politiker, um Israel zu einem Frieden mit den Palästinensern zu führen, fügte er hinzu. Seit Sharons Wechsel hat seine alte Partei in Umfragen dramatisch verloren. Die vorgezogenen Neuwahlen sollen im März stattfinden. Derzeit hat Sharons neue Partei Kadima (Vorwärts) einen deutlichen Vorsprung. (APA/AP/dpa)

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