Duisburg: Coach Meier gesperrt und gefeuert

16. Dezember 2005, 10:53
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Folge des Eklats mit Kölner Spieler Albert Streit

Der deutsche Fußball-Bundesligist MSV Duisburg hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer Norbert Meier getrennt. Der Tabellen-Vorletzte zog damit die Konsequenz aus dem Eklat um den Coach beim Nachtragsspiel am Dienstag gegen den 1. FC Köln und der daraus resultierenden Sperre des 47-Jährigen. Meier hatte dem Kölner Albert Streit bei einem Disput einen Kopfstoß versetzt, ließ sich danach allerdings selbst theatralisch fallen und provozierte so die Rote Karte für Streit.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sperrte Meier vorläufig und untersagte ihm jegliche Trainertätigkeit. Über das endgültige Strafmaß wird vermutlich erst in der kommenden Woche entschieden, der 47-Jährige muss allerdings mit einem längeren Berufsverbot rechnen. Die Trainingsleitung beim Aufsteiger übernimmt vorerst Co-Trainer Heiko Scholz, der auch am Samstag für das Bundesligaspiel gegen Arminia Bielefeld verantwortlich sein wird. Duisburg hat seinen Coach, der sich für sein "Blackout" in aller Form entschuldigte, bereits mit einer hohen Geldstrafe belegt, dementierte allerdings eine mögliche Entlassung.

In den vergangenen Jahren gab es im deutschen Profi-Fußball lediglich einen ähnlichen Fall, der zur bis dato höchsten Strafe gegen einen Trainer geführt hatte: Im Mai 2000 war Eugen Hach vom Zweitligisten Alemannia Aachen mit einer dreimonatigen Sperre und 15.000 Mark (7.669 Euro) Geldstrafe belegt worden, nachdem er einen gegnerischen Spieler gewürgt hatte. Der "Fall Meier" hat laut Angaben des Vorsitzenden des DFB-Kontrollausschusses, Horst Hilpert, eine ähnliche Größenordnung. (APA/dpa)

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