Entweder große Hoden ... oder ein großes Hirn

8. Dezember 2005, 18:30
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Forscher untersuchten das Sexualverhalten von 334 Fledermaus- und Flughund-Arten - unterschiedliche Prioritäten festgestellt

London - Weiterführende Spekulationen sind nicht angebracht, zumindest bei Fledermäusen gilt aber: Männchen haben entweder große Hoden oder ein großes Hirn. Das berichten US-Forscher in den "Proceedings" der britischen Royal Society (DOI: 10.1098/rspb.2005.3367). Der Biologe Scott Pitnick von der Universität Syracuse und seine Kollegen verglichen das Sexualverhalten mit Hoden- und Hirngröße bei 334 Fledermaus- und Flughund-Arten. Ergebnis: Wer häufig den Sexualpartner wechselt, hat relativ große Hoden. Dafür ist das Hirn kleiner.

Ein großes Hirn ist sehr energieaufwändig, ebenso die Produktion vieler Samenzellen, wie Pitnick erklärt. Deshalb könnten die Tiere sich nicht beides leisten. Die Mausohr-Fledermaus Myotis albescens aus der Familie der auch in Europa vertretenen Glattnasen (Vespertilionidae) etwa stecke mehr als doppelt so viel Energie in ihre Hoden wie in ihr Gehirn. Gesteuert wird die Hodengröße den Forschern zufolge übrigens durch das Verhalten der Weibchen: Je beliebter häufige Partnerwechsel bei ihnen sind, desto größere Hoden entwickeln die Männchen der betreffenden Art.(APA/dpa)

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