Deutsche Beamte bei Verhören in Guantanamo?

13. Dezember 2005, 15:23
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Anwalt eines Inhaftierten beschuldigt Geheimdienste

Hamburg - Der Anwalt des im US-Gefangenenlager Guantanamo festgehaltenen Murat Kurnaz aus Bremen hat die Vermutung geäußert, deutsche Geheimdienste hätten US-Militärs Unterlagen über seinen Mandanten zugespielt. Deutsche Geheimdienste hätten offenbar "sensible Akten über dunkle Kanäle einfach über den Großen Teich" nach Guantánamo geschickt, sagte Kurnaz' Rechtsanwalt Bernhard Docke der Hamburger Wochenzeitung "Zeit".

Er habe zudem Informationen, wonach deutsche Beamte in dem Lager bei Verhören erschienen seien. "Es war für mich überraschend, welche Aktenkenntnis die Militärs in Guantánamo über die Ermittlungen der deutschen Beamten in Bremen hatten." Offiziell seien keine Akten nach Guantánamo gegangen.

Der in Bremen geborene und aufgewachsene Türke Kurnaz war Anfang 2002 in Pakistan festgenommen worden und befindet sich seitdem in Haft. Laut seinem Anwalt werfen die US-Ermittler dem 23-Jährigen vor, sich in Pakistan in Moscheen aufgehalten zu haben, die Verbindungen zum Al-Kaida-Netzwerk hätten. Kurnaz bestreit das. (APA)

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