Mel Gibson will Fernsehserie über Holocaust drehen

16. Dezember 2005, 14:41
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Insgesamt vierstündige Miniserie bei ABC - basierend auf der Autobiografie der niederländischen Jüdin Flory A. van Beek

Der amerikanische Regisseur und Schauspieler Mel Gibson will eine mehrteilige Fernsehdokumentation über den Holocaust drehen. Sein Monumentalwerk "Die Passion Christi" hatte Gibson von jüdischer Seite den Vorwurf antisemitischer Gesinnung eingebracht. Jetzt verhandelt er mit dem Netzwerksender ABC über eine insgesamt vierstündige Miniserie, berichtete die "New York Times" am Mittwoch. In ihr wird Gibson voraussichtlich keine Rolle übernehmen.

Die Serie, die Gibson mit seiner Firma Con Artists Production produzieren würde, soll auf der Autobiografie der niederländischen Jüdin Flory A. van Beek basieren. Van Beek war während der Nazi- Besetzung von nicht-jüdischen Nachbarn aufgenommen und drei Jahre versteckt worden. Sie überlebte den Holocaust, verlor aber viele Familienmitglieder in Konzentrationslagern.

Mel Gibsons Vater, Hutton Gibson, hat die Existenz des Holocaust mehrfach in Frage gestellt. Berichte von Überlebenden des Nazi- Regimes kanzelte der ältere Gibson öffentlich als "überwiegend erfunden" ab und verwies darauf, dass seit dem Zweiten Weltkrieg mehr Juden in Europa lebten als zuvor. Sein Sohn Mel habe die Worte seines Vaters nie klar zurückgewiesen, schrieb die "New York Times" unter Hinweis auf Nachforschungen von Rafael Medoff, dem Direktor des David-Wyman-Instituts für Holocaust-Studien. (APA)

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