Vier Tote bei Protest gegen Kraftwerksbau

10. Dezember 2005, 16:17
5 Postings

Militär schlägt Widerstand von Dorfbewohnern nieder

Peking - Die chinesische Militärpolizei hat nach Augenzeugenberichten Proteste gegen den Bau eines Kraftwerks in der südlichen Provinz Guangdong blutig niedergeschlagen. Rund tausend Bewohner des Dorfes Dongzhou hätten sich am Dienstag versammelt, um gegen den Bau des Elektrizitätswerks zu protestieren, berichteten Dorfbewohner am Mittwoch. Daraufhin seien hunderte von Militärpolizisten in das Dorf eingerückt und hätten auf die Menge geschossen. Vier Menschen seien ihren Verletzungen im Krankenhaus erlegen.

Andere Augenzeugen berichteten dem US-Sender Radio Free Asia, die Dorfbewohner hätten von der Regierung angemessene Entschädigung für das Bauland gefordert. Die Polizei und die Behörden der nahe gelegenen Stadt Schanwei sagten AFP, sie wüssten nichts von dem Vorfall und verweigerten jeden Kommentar. "Sie schossen. Aber sie trauten sich nicht in das Dorf. Wir hatten die Straßen versperrt", sagte ein Einwohner Radio Free Asia. Ein anderer berichtete, dass "viele" Menschen Schussverletzungen erlitten hätten. Die Polizisten hätten mit scharfer Munition geschossen.

Die Regierung habe im vergangenen Jahr mit dem Bau des Kohlekraftwerks begonnen, sagte ein Dorfbewohner. "Sie haben die Erlaubnis der Dorfbewohner nicht eingeholt. Sie haben die Bewohner nicht angemessen entschädigt. Das ist der Hauptgrund für den Streit." Da das Kraftwerk sehr viel Raum beanspruche, könnten die Bewohner zudem nicht mehr zu einem See gelangen und dort fischen. (APA)

Share if you care.