Berlusconi will nichts von Entführung gewusst haben

13. Dezember 2005, 15:23
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Terrorverdächtiger von CIA-Agenten nach Ägypten verschleppt - Deutsche Staatsanwaltschaft ermittelt

Rom/Zweibrücken - Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi bestreitet kategorisch, von der Verschleppung eines terrorverdächtigen Ägypters durch den US-Geheimdienst CIA im Jahr 2003 in Mailand gewusst zu haben. "Ich sage es zum x-ten Mal, es gibt keinerlei Verwicklung der italienischen Regierung", sagte er am Mittwoch in Rom.

Anders lautende Informationen seien falsch, meinte Berlusconi mit Blick auf einen jüngsten Bericht der "Washington Post", wonach CIA- Agenten die italienische Seite vorab unterrichtet hätten. Zugleich sagte die Staatsanwaltschaft im rheinland-pfälzischen Ramstein, ihre Ermittlungen in dem Entführungsfall des Ägypters gingen weiter. Dabei geht es um die Frage, ob das CIA-Flugzeug seinerzeit in Ramstein zwischenlandete.

Den Ermittlungen zufolge brachten die CIA-Agenten den Imam von Mailand, gegen den seinerzeit auch Italien wegen Terrorverdachts ermittelte, über den Militärstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz zum Verhör nach Ägypten. Daher ermittelt auch die deutsche Justiz. Allerdings gebe es keine neuen Erkenntnisse, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Eberhard Bayer.

In der "Kardinalfrage", welche US-Agenten den Imam in Ramstein begleitet hätten, sei die Staatsanwaltschaft noch nicht weiter gekommen: "Wir haben immer noch keine offizielle Antwort von den US- Behörden". Die Staatsanwaltschaft hatte sich wegen der Namen an die US-Verbindungsstelle der Air Base Ramstein gewandt.

Bayer sagte, die Staatsanwaltschaft wolle nun erfahren, welche Informationen US-Außenministerin Condoleezza Rice Rice bei ihrem Deutschlandbesuch überbracht habe. Zudem gebe es noch "Rand- Ermittlungen" in Deutschland, zu denen Bayer keine weiteren Angaben machte. "Wir machen so lange weiter, wie Aussicht auf Erfolg ist", meinte er. (APA/dpa)

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