Geldnöte trüben WWF-Bilanz

14. Dezember 2005, 14:29
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Geschäftsführerin beklagt "massiven Spendeneinbruch" - auf der anderen Seite stehen Erfolge bei mehreren Umweltschutzprojekten

Wien - Der World Wide Fund for Nature Österreich hat im Geschäftsjahr 2004/05 ein Minus von 906.000 Euro erwirtschaftet. "Es gab einen massiven Spendeneinbruch. Aber wir haben vorgesorgt für schlechte Zeiten", berichtete WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien. Einnahmen von 5,76 Mio. Euro standen Ausgaben von 6,67 Mio. Euro gegenüber.

Weniger Spendengelder

"Wir können die Einbußen durch unsere Rücklagen auffangen und so unsere Projekte erfolgreich weiterführen", betonte Aichberger. Langfristig müsse der WWF aber nun auf die Gewinnung neuer Unterstützer setzen. Nach einer "Werbepause" von knapp fünf Jahren wird die Organisation deshalb im kommenden Jahr wieder verstärkt öffentlich präsent sein. Der Einbruch am Spendensektor sei vor allem auf die Tsunami-Katastrophe Ende Dezember 2004 zurückzuführen.

Abseits der finanziellen Probleme konnte der WWF Österreich aber auch auf erfreuliche Entwicklungen verweisen: International gesehen wog der Beitritt Russlands zum Kyotoprotokoll im November 2004 am schwersten. Neben der Energieeffizienzstudie "Effektiv 2010" und der Fixierung von verbindlichen Energiesparzielen durch die EU hob Aichberger besonders das "Versagen" der Klimapolitik von Umweltminister Josef Pröll hervor: "Österreich ist aktuell 30 Prozent von seinem Kyotoziel entfernt." Pröll habe deshalb unter anderem auch den WWF zur Mitarbeit an einer heimischen Klimastrategie aufgerufen.

Umweltschutzprojekte

Auf österreichischem Territorium gab es auch einige Erfolge zu verbuchen: Teile des Toten Gebirges wurden unter Naturschutz gestellt, das Kraftwerksprojekt am Niedergailbach im Kärntner Lesachtal wurde gestoppt, ebenso wie jene am Kalser Bach in Tirol und an der Schwarzen Sulm in der Steiermark. Außerdem wurde der Donau-Ausbau zur europäischen Wasserstraße öffentlich thematisiert - derzeit läuft eine hitzig geführte Diskussion um die geplante Fahrwassertiefe.

Im Bereich Artenschutz wurde ein vorläufiger Stopp des "Forschungsprojektes" Rohrweihe im Juni 2005 erwirkt. Dabei sollte für wissenschaftliche Zwecke vom NÖ Jagdverband rund ein Viertel des Bestandes dieser Vogelart abgeschossen werden. Etwa zur selben Zeit erfolgte die erste strafrechtliche Verurteilung eines österreichischen "Giftlegers", dem die Vergiftung von Tieren durch Köder nachgewiesen werden konnte.(APA)

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