RCB sieht ATX per Ende 2006 bei 3800 Punkten

13. Dezember 2005, 16:04
posten

Raiffeisen Centrobank: Wiener Leitindex auch nächstes Jahr mit Steigerungspotenzial - Dynamik wird sich jedoch abschwächen - Mit Empfehlungsliste

Wien - Der ATX habe heuer mit einer Steigerungsrate von 43,7 Prozent neuerlich eine außergewöhnliche Performance aufgezeigt. Diese Dynamik werde sich aber nächstes Jahr nicht fortsetzen können, ist Birgit Kuras, Chefanalystin und Leiterin Equity Capital Markets der Raiffeisen Centrobank (RCB), überzeugt. Denn konnten im laufenden Jahr die Unternehmen noch mit außergewöhnlichen Gewinnwachstumsraten aufhorchen lassen, sieht Kuras diese Möglichkeit ab dem zweiten Quartal 2006 nur mehr sehr eingeschränkt. Im ersten Quartal 2006 erwartet die Analystin den Wiener Leitindex bei 3700 Punkten, bis Jahresende sollte er sich dann bei 3800 einpendeln, was einem Plus von rund zehn Prozent entsprechen würde.

"Auf Basis der Gewinne für 2005 ist der ATX aktuell mit einem KGV von 14,3 etwas teurer bewertet als der DJ Euro Stoxx 50. Auch auf Basis der erwarteten Gewinne für 2006 ergibt sich für den heimischen Aktienmarkt eine Bewertungsprämie", so Kuras. Es zeichne sich aber nach wie vor Phantasie bei einzelnen Titeln ab. "Neuemissionen werden den Markt voraussichtlich auch in 2006 nicht beleben. Dies ist umso enttäuschender, als es auf Investorenseite genügend Geld gäbe, wenn der Preis und die Börsenstory stimmen."

Empfehlungsliste

Auf der "Top-Empfehlungsliste" der RCB finden sich laut der Leiterin der RCB-Aktienanalyse, Claudia Vince-Bsteh, "eher zyklische Aktien, die vor allem vom Stahlzyklus und der nach wie vor dynamischen Entwicklung in der Ölbranche profitieren sollten". Konkret empfiehlt die RCB Böhler-Uddeholm, RHI, OMV, Schoeller-Bleckmann, Andritz, EVN, Verbund, voestalpine, AT&S, Palfinger und Pankl zum Kauf.

Böhler-Uddeholm (Kursziel 160 Euro) setzt laut Vince-Bsteh seine Wachstumsstrategie konsequent um und überzeugt mit einer günstigen Bewertung gegenüber anderen Spezialstahlherstellern sowie mit einer attraktiven Dividendenrendite von 4,7%. Das eigene, weltweite Vertriebsnetz sichere die Marktstellung des Unternehmens und eröffne Synergiepotenziale aus den letzen Akquisitionen.

RHI, der Weltmarktführer im Feuerfestbereich, legte zwar in der letzten Zeit eine Verschnaufpause bei der Kursentwicklung ein, für 2006 sieht Vince-Bsteh aber weiteres Potenzial aus dem Verkauf der Heraklith-Gruppe. Dadurch können Wachstumspotenziale im Kerngeschäft Feuerfest genützt werden. Zudem profitiere RHI von wachsenden Stahlproduktionsmengen und der Konsolidierung der Stahlindustrie (Kursziel 30 Euro).

Die OMV sei mit der Akquisition der Petrom in die nächste Liga der integrierten Öl- und Gaskonzerne aufgestiegen. Vince-Bsteh sieht durch die laufenden Investitionsprojekte eine sprunghafte Ergebnisverbesserung in den Jahren 2008 und 2009. Die Präsenz in den stark wachsenden Märkten Zentral- und Südeuropas, die ausgezeichnete Lage der Raffinerien und das gut ausgebaute Marketing Netzwerk biete eine gute Basis, um von den weiterhin starken Ölpreisen und hohen Raffineriemargen zu profitieren (Kursziel 55 Euro).

Schoeller-Bleckmann schließlich habe mit einer Verdreifachung des Auftragseingangs 2005 die Basis für eine hohe Kapazitätsauslastung in 2006 und bereits teilweise auch für 2007 gelegt. Produktivitätssteigerungen und ein striktes Kostenmanagement werden auch über den Zyklus zu einer hohen Ergebnisstabilität führen, meint Vince-Bsteh (Kursziel 30 Euro). (red)

Share if you care.