Mit Mikrokrediten aus der Armutsfalle

16. Dezember 2005, 14:20
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Anlagegelder für Entwicklungshilfe: Oikocredit gewährt Kredite als "Hilfe zur Selbsthilfe" - RZB hilft mit

Wien - Vielen Menschen in Entwicklungsländern fehlt es am Notwendigsten zum Überleben. Genau diesen Menschen soll mithilfe von Mikrokrediten - in der Höhe von 50 Euro bis zu einigen Tausend Euro - geholfen werden, den Weg aus der Armutsfalle zu schaffen.

Oikocredit gewährt jenen Kredite, "die bei einer Bank keine Chance haben", erklärt Robert Wychera, Vorsitzender der Oikocredit Austria. "Begünstigt sind Menschen wie etwa Gilda Ponte, eine philippinische Frau, die früher ihre Familie nicht ernähren konnte und jetzt erfolgreich einen Obst- und Gemüsestand betreibt", schildert Gerhard Novy, Vizepräsident von Oikocredit International, ein Beispiel der "Hilfe zur Selbsthilfe".

Beteiligung mit Dividende

Das Kapital für die Mikrokredite wird von Institutionen und Privatpersonen zur Verfügung gestellt. Sie veranlagen ihr Sparkapital - Mindestsumme 200 Euro - als Beteiligung an Oikocredit. Gleichzeitig erhält der Anleger eine jährliche Dividende von bis zu zwei Prozent. Kreditausfälle gibt es laut Wychera kaum. "In dem 30-jährigen Bestehen konnten weniger als 14 Prozent der Mindestkredite nicht zurückbezahlt werden."

Derzeit verwaltet Oikocredit rund 230 Mio. Euro. In Österreich gibt es etwa 500 Anleger, die vier Mio. Euro eingebracht haben. In den nächsten zwei Jahren soll dieser Anteil verdoppelt werden, wünscht sich Wychera.

Symposium

Um die Bekanntheit von Oikocredit zu fördern, wurde gemeinsam mit der RZB das Symposium "Ethisches Investment" veranstaltet. "Wir stellen seit 1998 Kleinkredite in Zentral- und Osteuropa zur Verfügung. Sie sind eines der effektivsten Werkzeuge, um Armut nachhaltig zu reduzieren, daher unterstützen wir auch Oikocredit sehr gerne", sagte Herbert Stepic, stellvertretender RZB-Generaldirektor und Generaldirektor von Raiffeisen International, der bei einer Presseveranstaltung einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro an Oikocredit übergeben hat. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7./8.12.2005)

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