Israel: Parlament erlaubt passive Sterbehilfe bei Todkranken

9. Dezember 2005, 19:01
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Ärzte können lebensverlängernde Maßnahmen auf Wunsch des Patienten unterlassen

Jerusalem - Das israelische Parlament hat am Dienstag passive Sterbehilfe bei todkranken Patienten erlaubt. Israelische Medien berichteten, 22 Abgeordnete hätten in zweiter und dritter Lesung für einen entsprechenden Gesetzesentwurf gestimmt. Es gab nur drei Gegenstimmen.

Dem Gesetz entsprechend dürfen Ärzte unter bestimmten Umständen bei Patienten mit einer unheilbaren Krankheit lebensverlängernde Maßnahmen unterlassen, wenn diese ausdrücklich den Wunsch danach geäußert haben. Gesundheitsminister Danny Naveh sprach von "einem der komplexesten und wichtigsten Gesetze in der Geschichte der Knesset". Die neue Regelung soll erst in etwa einem Jahr in Kraft treten, damit Krankenhäuser sich darauf einstellen können.

Bisher war Sterbehilfe nach israelischem Gesetz verboten und Patienten oder ihre Angehörigen mussten im Einzelfall vor Gericht die Erlaubnis dafür erstreiten, dass Ärzte die lebenserhaltenden Maschinen abschalten.

In Österreich ist dem Arzt eigenmächtige Heilbehandlung verboten, ein Patient kann also eine Therapie ablehnen, auch wenn durch diese Entscheidung sein Tod herbeigeführt wird. (APA/dpa)

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