Schweden will mit "Alcolocks" gegen betrunkene Fahrer vorgehen

7. Dezember 2005, 20:34
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Geräte blockieren bei bestimmtem Promillewert den Motor

Brüssel - Schweden will künftig alle Neuwagen mit einem so genannten Alcolocks-System ausstatten, das betrunkene Fahrer nicht ans Steuer lässt. Die schwedische Kommunikationsministerin Ulrica Messing bat die Europäische Union am Dienstag um eine entsprechende Erlaubnis. Sie rief die EU außerdem auf, dem schwedischen Beispiel zu folgen. Demnach sollen von 2012 an alle Neufahrzeuge über die elektronischen Wegfahrsperren verfügen.

Experten zufolge könnte die Zahl der durch Alkohol verursachten Verkehrsunfälle mit Hilfe von "Alcolocks" halbiert werden, sagte Messing vor Mitgliedern des Europaparlaments in Brüssel. Diese Möglichkeit müsse genutzt werden. Daher benötige Schweden eine Ausnahmegenehmigung von den EU-Handelsrichtlinien, die keine landeseigenen Sicherheitsstandards für Neuwagen erlauben. Noch besser wäre es allerdings, "Alcolocks" EU-weit verbindlich zu machen, betonte die Ministerin.

Alko-Test

Die handtellergroßen Geräte fordern Autofahrer auf, mit Pusten zu bestätigen, dass ihr Blutalkohol unter einer zuvor festgelegten Grenze liegt. Erst dann springt der Motor an. In Schweden sind einige kommerzielle Fahrzeuge und Taxis bereits mit dem etwa 1.000 Euro teuren Apparat ausgestattet. In dem skandinavischen Land ist bei 30 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle Alkohol im Spiel. In ganz Europa kommen Schätzungen zufolge jedes Jahr etwa 10.000 Menschen bei alkoholbedingten Unfällen ums Leben. (APA)

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