Psychische Störungen in Europa weit verbreitet

7. Dezember 2005, 11:42
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EU-Studie: Frauen weit häufiger betroffen als Männer

Dresden - Rund jede/r vierte EU-BürgerIn hat binnen eines beliebigen Jahres seit 1990 an einer psychischen Störung gelitten. Zu diesem Ergebnis gelangt eine aktuelle Meta-Studie der Technischen Universität Dresden, teilte die Hochschule am Dienstag mit. Danach erkranken etwa 83 Millionen EU-BürgerInnen (27 Prozent) innerhalb von willkürlich heraus gegriffenen zwölf Monaten an einer oder mehreren Störungen von Alkoholabhängigkeit bis Zwangssyndromen.

Jeder zweite Mensch in der EU erkrankt im Laufe seines Lebens mindestens einmal psychisch. Den Angaben zufolge handelt es sich um die weltweit größte und umfassendste Bestandsaufnahme zur psychischen Gesundheit in Europa.

Die im Auftrag des European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) Amsterdam und des European Brain Council (EBC) Kopenhagen erarbeitete Studie berücksichtigt Daten von 150.000 Betroffenen aus 27 Ländern. Über 100 ExpertInnen aus 26 Staaten arbeiteten daran mit. Die Untersuchung dient nach Angaben des Projektleiters Professor Hans-Ulrich Wittchen (TU Dresden) als Grundlage für eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur stärkeren Förderung von psychischer Gesundheit.

Probleme

Depressionen und Phobien waren mit 6,9 Prozent beziehungsweise 6,5 Prozent am weitesten verbreitet. Eine von zwei Personen litt mit hoher Wahrscheinlichkeit an mehreren Störungen. Frauen sind weit häufiger betroffen als Männer: Jede dritte Frau (33 Prozent) und knapp jeder fünfte Mann (22 Prozent) wird im Laufe eines Jahres mindestens einmal psychisch krank. Nur Leiden infolge Alkohol- und Drogenmissbrauchs und psychotische Störungen sind bei Männern weiter verbreitet als bei Frauen. Psychisch am anfälligsten waren Frauen in der Pubertät: 35 Prozent klagten über psychische Leiden.(APA/dpa)

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