Spielbergs "München" als Friedenssignal für Nahen Osten

13. Dezember 2005, 13:10
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Neuestes Filmprojekt des Hollywood-Regisseur beschäftigt sich mit Terroranschlag bei den Olympischen Spielen von 1972

New York - Steven Spielberg (58) will mit seinem neuen Film "München" über den Terroranschlag bei den Olympischen Spielen von 1972 zur Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern beitragen. "Für mich ist dieser Film ein Friedensgebet", sagte der US- Regisseur in einem Interview mit dem Magazin "Time". Zwar glaube er nicht wirklich daran, mit einem Film im Nahost-Konflikt etwas bewegen zu können: "Aber es ist immer einen Versuch wert."

Spielberg ist vorgeworfen worden, er sei als amerikanischer Jude zu voreingenommen, um einen guten Film über das brisante Thema machen zu können. Doch der Regisseur verwies darauf, dass er die Täter keineswegs dämonisiere: "Es geht um einzelne Menschen. Die haben Familien. Auch wenn ich natürlich verurteile, was in München geschehen ist." Ein Hauptmotiv für ihn sei auch gewesen, den Opfern ein Denkmal zu setzen: "Den israelischen Athleten, die 1972 ermordet wurden, ist bisher nie in angemessener Weise Tribut gezollt worden."

Während der Olympischen Spiele von 1972 waren Mitglieder der palästinensischen Terrorgruppe "Schwarzer September" in das Olympische Dorf eingedrungen und hatten elf israelische Sportler als Geiseln genommen. Bei einem Befreiungsversuch kamen alle Athleten und fünf der Terroristen ums Leben. Spielbergs Film konzentriert sich vor allem auf die anschließende Vergeltungsaktion des israelischen Geheimdienstes Mossad. Kinostart in Österreich ist am 27. Jänner. (APA/dpa)

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    Das Archivbild vom 5. September 1972 zeigt Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher (l, andere Personen nicht identifiziert), der von einem der arabischen Terroristen (r) die Forderungen zur Freilassung der Geiseln entgegennimmt. Arabische Terroristen hatten während der Olympischen Spiele in München das Quartier der israelischen Mannschaft im Olympischen Dorf überfallen und Mitglieder des israelischen Olympia-Teams als Geiseln genommen. Elf israelische Sportler fanden den Tod.

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