Zeitung: CIA-Agentin Plame quittiert Dienst beim US-Geheimdienst

9. Dezember 2005, 20:21
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Nach ihrer Enttarnung im Juli 2003 sei ihre Karriere als Agentin ohnehin zu Ende gewesen

Los Angeles - Die in den US-Medien enttarnte CIA-Agentin Valerie Plame quittiert nach einem Zeitungsbericht Ende der Woche ihren Job beim US-Geheimdienst. Die 42-Jährige werde sich künftig mehr um ihre Familie kümmern, zitierte die "Los Angeles Times" am Dienstag Freunde Plames. Nach Auffassung eines anderen Ex-Agenten blieb Plame allerdings keine Wahl: Nach ihrer Enttarnung im Juli 2003 sei ihre Karriere als Agentin ohnehin zu Ende gewesen, sagte der CIA-Mitarbeiter dem Blatt. Die CIA wollte den Zeitungsbericht nicht kommentieren.

Racheakt an Ehemann

Plames Identität war an die Medien verraten worden, nachdem ihr Ehemann Joseph Wilson sich in der Kontroverse um den Irak-Krieg gegen die US-Regierung gestellt hatte. Konkret trat der frühere Botschafter der Behauptung von US-Präsident George W. Bush entgegen, der ehemalige irakische Machthaber Saddam Hussein habe sich im westafrikanischen Staat Niger waffenfähiges Uran zu beschaffen versucht. Die darauf folgende Enttarnung seiner Frau wurde von vielen Beobachtern als Racheakt des Bush-Lagers an Wilson gedeutet, weil Plame damit nicht mehr länger als Undercover-Agentin arbeiten konnte.

Im Zusammenhang mit der Affäre wurde der frühere Stabschef von Vizepräsident Dick Cheney, Lewis Libby, im Oktober von einem Sonderermittler wegen Falschaussage, Meineids und Behinderung der Justiz angeklagt. Gegen den Präsidentenberater Karl Rove ermittelt Sonderermittler Patrick Fitzgerald weiter. Die Enttarnung von Agenten steht in den USA unter Strafe. (APA)

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    Valeria Palme und ihr Mann Joseph Wilson auf einem Foto im US-Magazin Vanity Fair.

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