"Fahrt zur Hölle!" Saddam boykottiert seinen Prozess

14. Dezember 2005, 17:45
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Ex-Diktator: "Werde mich diesem ungerechten Tribunal nicht stellen" - Verhandlung vertagt

Bagdad - Der Prozess gegen den irakischen Ex-Machthaber Saddam Hussein und sieben Mitangeklagte ist am Mittwoch auf den 21. Dezember vertagt worden.

Saddam hatte sich zuvor geweigert, am Mittwoch am Prozess gegen ihn und sieben Mitangeklagte teilzunehmen. Die Richter und die Anwälte des Ex-Präsidenten seien vor Wiederaufnahme der Anhörungen zu Beratungen zusammengekommen, um den Vorgang zu besprechen, hieß es aus Gerichtskreisen. Saddam Hussein hatte sich am Dienstag erneut über seine Haftbedingungen beklagt und angekündigt, den Prozess zu boykottieren.

"Ich werde mich diesem ungerechten Tribunal nicht stellen! Fahrt zur Hölle!" rief er. Saddam Hussein hatte am Dienstagabend zur Begründung gesagt, er habe nach zwei Verhandlungstagen nichts Ordentliches mehr zum Anziehen. Zudem dürfe er weder rauchen noch umherlaufen.

Der Ex-Präsident und seine früheren Getreuen müssen sich wegen des Massakers an 148 Bewohnern des Schiitendorfes Dujail verantworten. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe. Seit Montag berichten Zeugen über Einzelheiten des Massakers.

Richter verhandelt mit Verteidigern

Auch eine Stunde nach der erwarteten Fortsetzung des Prozesses gab es keine Anzeichen dafür, dass Saddam noch vor Gericht erscheinen würde. Nach Angaben des Gerichts stand der Richter über Justizangestellte mit Saddams Verteidigern in Kontakt.

Das Verfahren kann auch ohne die Anwesenheit der Angeklagten stattfinden, so lange deren Verteidiger teilnehmen. Dem Vorsitzenden Richter Risgar Mohammed Amin sei es aber ein Anliegen, dass Saddam persönlich anwesend sei, sagte ein Vertreter. (APA/AP)

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