Cisco ortet Fachkräftemangel

14. Dezember 2005, 10:04
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Neues Geschäftsfeld durch Übernahme des Settopboxen-Herstellers Scientific-Atlanta

Wien - Mit der Zunahme der Komplexität von Netzwerken wachsen auch die Anforderungen an Netzwerkspezialisten. Alleine in Österreich gibt es heuer eine Bedarfslücke von 4000 Spezialisten, verweist Carlo Wolf, General Manager von Cisco Systems Österreich, auf die Zahlen einer vom Marktbeobachter IDC erhobenen Studie.

Bedarf

"Wenn es nicht zu einem Gegensteuern kommt, erhöht sich diese Bedarfslücke bis 2008 auf 12.900 Netzwerkspezialisten", sagt Wolf. Was sein Unternehmen, den weltweit größten Netzwerkausrüster, betrifft, "übernehme man Verantwortung" - schon aus Eigeninteresse. Mit 120 heimischen Akademien (Unis, Fachhochschulen, berufsbildenden höheren Schulen) wird zusammengearbeitet, indem etwa Unterlagen zu den wichtigsten Netzwerkbereichen - W-LAN, Internet-Telefonie und Sicherheit - bereitgestellt werden.

Umsatz

Was Cisco selbst betrifft, habe man mit einem Jahresumsatz von zuletzt 24,8 Mrd. US-Dollar (21 Mrd. Euro, plus 12,5 Prozent) "die Boomjahre wieder überschritten", so Wolf. Das Österreich-Wachstum sei dabei noch höher gewesen als das Konzernwachstum.

Treiber des Geschäfts ist Telefonie über das Internet-Protokoll (IP-Telefonie). Aufgrund von Untersuchungen schätzt Wolf, dass bis 2020 traditionelle Telefonie von IP-basierender abgelöst ist, zumindest was Unternehmenstelefonie betrifft: "Die großen Nebenstellenhersteller haben angekündigt, ab 2007 keine Entwicklung mehr in traditionelle Anlagen zu stecken", erklärt Wolf. "Wegen der Investitionssicherheit greifen die Firmen bei Neuanschaffungen schon jetzt zu IP-Anlagen."

Potentiell

Großes Potenzial steckt in Ciscos Neuerwerbung Scientific-Atlanta, für die es die Zustimmung der Kartellbehörden noch abzuwarten gilt. Das 7500 Mitarbeiter umfassende Unternehmen stellt Digitalempfänger für Kabelfernsehen, so genannte Settopboxen her und hat auch in Österreich Kunden.

Charmant

Der Charme der Übernahme liegt für Cisco darin, dass das Unternehmen in das Wachstumsfeld Informations- und Unterhaltungsservices für Zuhause einsteige, erläutert Wolf. Schon mit einer früheren Erwerbung, dem Routerhersteller Linksys, hat Cisco seine Fühler auf den Privatkundenmarkt ausgestreckt. (DER STANDARD Printausgabe, 07.12.2005)

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