Verbund kauft sich in Klagenfurt ein

14. Dezember 2005, 14:50
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Energiekonzern beteiligt sich mit 49 Prozent an Klagenfurter Stadtwerken - Auch neues Fernheizwerk geplant

Klagenfurt - Der Verbund holt sich 49 Prozent der Klagenfurter Stadtwerke und lässt dafür 130 Millionen Euro springen. Mit einem Schlag werden damit etwa 80.000 neue Kunden (inklusive Strom, Gas und Fernwärme) akquiriert. Pro Kunde blättert der Verbund damit immerhin stolze 1625 Euro auf den Tisch.

Zusätzlich wird der Verbund in Klagenfurt ein neues Fernheizwerk errichten. Kostenpunkt: 200 Millionen Euro. Die neue Klagenfurt Energie steuert 50 Millionen aus den lukrierten 130 Millionen Euro bei. Das neue Fernheizwerk soll mit einer Leistung von 400 Megawatt rund 1900 Gigawattstunden (GWh) Strom und etwa 450 GWh Fernwärme erzeugen.

Da Klagenfurt selbst aber nur einen Eigenbedarf von etwa 600 GWh hat, wird der Rest vom Verbund in das südösterreichische Stromnetz (also Kärnten und die Steiermark) eingespeist und weiterverkauft.

"Win-win-Situation"

Der Deal stelle für beide Partner eine "Win-win-Situation dar", sagte Romed Karré, Vorstand der Stadtwerke Klagenfurt, im Gespräch mit dem STANDARD: "Klagenfurt wird sein eigener Stromerzeuger, und wir bleiben mit unseren günstigen Energiepreisen konkurrenzfähig."

Der Verbund wiederum ist in Klagenfurt mit einem Schlag auf dem wichtigsten Kärntner Markt vertreten und setzt damit seinen Weg in Richtung Endkunden zügig fort.

Trotz des Deals Stadtwerke/Verbund bleibt für den Kärntner Energieversorger Kelag (an der der Verbund mit 35,12 Prozent beteiligt ist) die geplante Strompreiserhöhung von 3,9 Prozent ab Jänner 2006 aufrecht. Begründung: die gestiegenen Mehrkosten bei der Strombeschaffung. 40 Prozent müssten zugekauft werden. Die neue Konkurrenz fürchtet man vorerst nicht: "Es wäre nicht seriös, jetzt schon eine Markteinschätzung abzugeben", sagte Kelag-Vorstand Hermann Egger. (stein, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.12.2005)

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