Regierung und ELN-Guerilla vereinbaren Friedensgespräche

18. Dezember 2005, 15:10
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Kommandant Francisco Galan für Gespräche unter Auflagen freigelassen

Bogota - Die kolumbianische Regierung und die linksgerichtete ELN-Guerilla haben für kommenden Montag den Beginn von Friedensgesprächen in einem Drittland vereinbart. In einer am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung hieß es, der Name des Lande werde zum gegebenen Zeitpunkt bekannt gegeben.

Die Einigung ist das Ergebnis von Unterredungen zwischen dem Friedenskommissar der Regierung, Luis Carlos Restrepo, und dem zu diesem Zweck unter Auflagen aus dem Gefängnis entlassenen ELN-Chef Francisco Galan. Sie werden die jeweiligen Delegationen bei den Gesprächen kommende Woche leiten, an denen auch der ELN-Kommandant Antonio Garcia teilnehmen soll.

Kolumbiens rechtsgerichteter Präsident Alvaro Uribe hatte Anfang September der Freilassung des seit 13 Jahren inhaftierten Galan aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Itagui für die Dauer von drei Monaten zugestimmt, damit Fortschritte im Friedensprozess erzielt werden könnten.

Nach ELN-Angaben waren Uribes bisherige Weigerung, die Existenz eines "bewaffneten Konflikts" in dem südamerikanischen Land anzuerkennen, sowie die Bezeichnung der Rebellen als "Terroristen" in der Vergangenheit das größte Hindernis für den Beginn von Friedensgesprächen.

Das 1964 gegründete Nationale Befreiungsheer (ELN) ist mit rund 4000 Kämpfern die zweitgrößte Guerilla-Organisation des Landes nach den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC), in deren Reihen etwa 17.000 Frauen und Männer kämpfen. (APA)

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